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Donnerstag, 17. Dezember 2009

KulturForum

Schmetterlinge auf Weihnachtstour

Fjarill, das sind Aino Löwenmark (rechts, Vocals und Klavier) und Hanmari Spiegel (links, Vocals, Geige). Foto: thiessen-agentur
Fjarill, das sind Aino Löwenmark (rechts, Vocals und Klavier) und Hanmari Spiegel (links, Vocals, Geige). Foto: thiessen-agentur

Am Diens­tag, den 15.12. waren Aino Löwen­mark und Han­mari Spie­gel alias „Fja­rill“ mit ihrer Weih­nachts­tour zu Gast im Kie­ler Kul­tur­Fo­rum. Das Duo aus Ham­burg zeigte bei sei­nem zwei­ten Besuch in der För­de­stadt ein musi­ka­li­sches Spek­trum zwi­schen Pop und Folk­lore und ver­zau­berte mit Kla­vier, Geige und ihren wun­der­ba­ren Stim­men das Kie­ler Publikum.

Der Name „Fja­rill“ kommt aus dem Schwe­di­schen und bedeu­tet Schmet­ter­ling. „Fja­rill“ – das sind zum einen die Schwe­din Aino Löwen­mark und zum ande­ren die Süd­afri­ka­ne­rin Han­mari Spie­gel. Als an die­sem Abend das erste Mal Ainos Stimme erklingt, erfüllt sie den gan­zen Raum und ver­zau­bert das Kie­ler Publi­kum bis in die letzte Stuhl­reihe. Beglei­tet von Kla­vier und Geige ent­führt der Klang ihrer Stimme die Zuhö­rer in eine andere Zeit, in eine andere Welt. „Christ­kind“ ist ein Gänsehaut‐​Lied, wie es sie an die­sem Abend noch zahl­reich zu hören geben wird. Als das Lied ver­stummt, wagt das ergrif­fene Publi­kum kaum die auf­ge­kom­mene Stim­mung und Stille mit einem lau­ten Applaus zu zer­stö­ren. Genauso schüch­tern und zurück­hal­tend bedankt sich Aino für die Aner­ken­nung der Zuhörer.

Ein Weih­nachts­bou­quet aus vie­len, ganz ruhi­gen, aber auch einige sehr leben­dige Stü­cke hat­ten „Fja­rill“ mit­ge­bracht. Dabei gelang ihnen zwei­fels­frei immer wie­der der Wech­sel zwi­schen lei­sen und lau­ten Tönen. Mal domi­nierte Ainos Stimme, so dass die Instru­mente in den Hin­ter­grund tra­ten, mal gab ihre Stimme Geige und Kla­vier den Vor­tritt und mal erga­ben Stimme und Instru­mente ein gleich­be­rech­tig­tes har­mo­ni­sches Zusam­men­spiel auf Augen­höhe. Beim Zuhö­ren ent­stan­den vor dem bild­li­chen Auge oft Bil­der von Schnee und Eis. Den­noch wärm­ten die Lie­der das Herz.

Lie­be­voll und mit Sinn fürs Detail kom­po­niert, fan­den sich dar­un­ter einige wenige Lie­der mit einem Titel in afri­kans. Denn Aino singt am liebs­ten in ihrer Mut­ter­spra­che Schwe­disch, auch wenn Han­mari davon nach eige­nen Aus­sa­gen nur etwa 40 Pro­zent ver­steht. Wich­ti­ger als die Bedeu­tung der Worte zu ver­ste­hen, ist den bei­den, dass die Musik vor allem ein Gefühl transportiert.

Schnee­flo­cke“ klang wie eine sehn­suchts­volle Erwar­tung und weckte Erin­ne­run­gen an die Kind­heit. In dem Lied „Die Augen“ besan­gen „Fja­rill“ die innere Schön­heit eines jeden Ein­zel­nen, die mit den Lebens­jah­ren immer schö­ner wird. Und als Aino und Han­mari „Schwes­ter“ spiel­ten, wirk­ten sie selbst wie Schwes­tern bzw. wie zwei enge Ver­traute, die sich (schein­bar nicht nur) auf der Bühne ohne Worte verstehen.

Nach einer kur­zen Pause ging die musi­ka­li­sche Reise mit Lie­dern wie „Gedan­ken“ und „Jung­frau Anna“ wei­ter. Zum ers­ten Mal an die­sem Abend erklang nun auch Han­ma­ris Stimme. Leise for­derte sie das Publi­kum auf die Augen zu schlie­ßen. Anstelle der Geige, spielte sie ein soge­nann­tes Dau­men­kla­vier. Der Klang erin­nerte an eine Spiel­uhr. Ihr Gesang – sphä­risch und nicht greif­bar, wie ein Wind­hauch. Das letzte Lied „Frohe Weih­nach­ten“ san­gen „Fja­rill“ mit Unter­stüt­zung des Publi­kums. Die­ses ließ sich nicht lange bit­ten und wie mit einer ein­zi­gen Stimme gesun­gen, erklang aus dem dunk­len Saal das „lalala“, als wenn der Kie­ler Chor, wie „Fja­rill“ pas­send bemerk­ten, noch nie etwas ande­res getan hätte.

Nach zwei Zuga­ben endete ein wun­der­schö­ner Abend mit einer tie­fen Ver­beu­gung und den bes­ten Wün­schen, viel Frie­den und viel Liebe. Und der Hoff­nung auf ein Wie­der­se­hen im nächs­ten Jahr.

Mehr Infos zu Fja­rill hier und hier

Fja­rill bei myspace

Über den Autor

Anita Vrcic Anita Vrcic

Als diplo­mierte Ur– und Früh­ge­schicht­le­rin inter­es­siere ich mich nicht aus­schließ­lich für alte Kul­tu­ren, son­dern auch für Zeit­ge­nös­si­sches. Ich mag Lite­ra­tur, Kunst, Musik, Filme und Theater.

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