Donnerstag, 17. Dezember 2009
KulturForum
Der Name „Fjarill“ kommt aus dem Schwedischen und bedeutet Schmetterling. „Fjarill“ – das sind zum einen die Schwedin Aino Löwenmark und zum anderen die Südafrikanerin Hanmari Spiegel. Als an diesem Abend das erste Mal Ainos Stimme erklingt, erfüllt sie den ganzen Raum und verzaubert das Kieler Publikum bis in die letzte Stuhlreihe. Begleitet von Klavier und Geige entführt der Klang ihrer Stimme die Zuhörer in eine andere Zeit, in eine andere Welt. „Christkind“ ist ein Gänsehaut‐Lied, wie es sie an diesem Abend noch zahlreich zu hören geben wird. Als das Lied verstummt, wagt das ergriffene Publikum kaum die aufgekommene Stimmung und Stille mit einem lauten Applaus zu zerstören. Genauso schüchtern und zurückhaltend bedankt sich Aino für die Anerkennung der Zuhörer.
Ein Weihnachtsbouquet aus vielen, ganz ruhigen, aber auch einige sehr lebendige Stücke hatten „Fjarill“ mitgebracht. Dabei gelang ihnen zweifelsfrei immer wieder der Wechsel zwischen leisen und lauten Tönen. Mal dominierte Ainos Stimme, so dass die Instrumente in den Hintergrund traten, mal gab ihre Stimme Geige und Klavier den Vortritt und mal ergaben Stimme und Instrumente ein gleichberechtigtes harmonisches Zusammenspiel auf Augenhöhe. Beim Zuhören entstanden vor dem bildlichen Auge oft Bilder von Schnee und Eis. Dennoch wärmten die Lieder das Herz.
Liebevoll und mit Sinn fürs Detail komponiert, fanden sich darunter einige wenige Lieder mit einem Titel in afrikans. Denn Aino singt am liebsten in ihrer Muttersprache Schwedisch, auch wenn Hanmari davon nach eigenen Aussagen nur etwa 40 Prozent versteht. Wichtiger als die Bedeutung der Worte zu verstehen, ist den beiden, dass die Musik vor allem ein Gefühl transportiert.
„Schneeflocke“ klang wie eine sehnsuchtsvolle Erwartung und weckte Erinnerungen an die Kindheit. In dem Lied „Die Augen“ besangen „Fjarill“ die innere Schönheit eines jeden Einzelnen, die mit den Lebensjahren immer schöner wird. Und als Aino und Hanmari „Schwester“ spielten, wirkten sie selbst wie Schwestern bzw. wie zwei enge Vertraute, die sich (scheinbar nicht nur) auf der Bühne ohne Worte verstehen.
Nach einer kurzen Pause ging die musikalische Reise mit Liedern wie „Gedanken“ und „Jungfrau Anna“ weiter. Zum ersten Mal an diesem Abend erklang nun auch Hanmaris Stimme. Leise forderte sie das Publikum auf die Augen zu schließen. Anstelle der Geige, spielte sie ein sogenanntes Daumenklavier. Der Klang erinnerte an eine Spieluhr. Ihr Gesang – sphärisch und nicht greifbar, wie ein Windhauch. Das letzte Lied „Frohe Weihnachten“ sangen „Fjarill“ mit Unterstützung des Publikums. Dieses ließ sich nicht lange bitten und wie mit einer einzigen Stimme gesungen, erklang aus dem dunklen Saal das „lalala“, als wenn der Kieler Chor, wie „Fjarill“ passend bemerkten, noch nie etwas anderes getan hätte.
Nach zwei Zugaben endete ein wunderschöner Abend mit einer tiefen Verbeugung und den besten Wünschen, viel Frieden und viel Liebe. Und der Hoffnung auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.
Mehr Infos zu Fjarill hier und hier
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