// Szene

Montag, 01. Februar 2010

Let´s Swing

Roger Cicero - Artgerecht und live

Foto: Gerhard Fally
Foto: Gerhard Fally

Seine Ton­trä­ger ver­kau­fen sich in Mil­lio­nen­höhe und seine Kon­zerte fül­len die größ­ten Hal­len in Deutsch­land. Roger Cicero hat sein Auf­tritt beim Euro­vi­sion Song Con­test nicht gescha­det, ganz im Gegen­teil. Mit sei­ner neuen Platte „Art­ge­recht“ im Gepäck macht der Swing­sän­ger am Sams­tag, den 13. Februar Halt in der Spar­kas­sen­a­rena in Kiel.

Wer ihn bereits live erlebt hat, weiß um das Spek­ta­kel, das den Zuschauer auf der Bühne erwar­tet, wer noch nicht in den Genuss gekom­men ist, sollte dies schleu­nigst nach­ho­len: Die Bühne wird auf­wän­dig deko­riert, die Licht­show ist per­fekt abge­stimmt und allein die Out­fits und das Arran­ge­ment der Band bie­ten bei die­sem Kon­zert auch etwas für das Auge.

Das Album „Art­ge­recht“ hält, was Roger Cicero ver­spricht: Es gibt Swing à la Cicero, ob uptempo oder ent­spannt und laid back, doch die Anklänge von tanz­ba­rem Seventies‐​Soul sind unüber­hör­bar. Die aus Jazz­spe­zia­lis­ten beste­hende Band wurde durch Per­cus­sion und Gitarre um funky Akzente erwei­tert, Arran­geur und Band‐​Leader Lutz Kra­jen­ski lässt an vie­len Stel­len die Hammond‐​Orgel sin­gen, streut hier und da per­len­des Fen­der Rho­des ein, ohne dabei sei­nen ange­stamm­ten Platz am Kon­zert­flü­gel zu ver­nach­läs­si­gen – und das Expe­ri­ment gelingt. Ein ers­ter Beleg ist die hym­nen­hafte Single‐​Auskopplung „Nicht art­ge­recht“, die furios von einem schweiß­trei­ben­den Motown‐​Beat vor­wärts­ge­trie­ben wird. Sogleich gefolgt von „Spon­tis zeu­gen Ban­ker“, das die Band mit gesto­chen schar­fen Blä­ser­sät­zen, knar­zen­dem Bariton‐​Sax und einem der­art infi­zie­ren­den Groove spielt, als habe man es nicht mit einer auf Swing gepol­ten Big Band zu tun, son­dern mit leib­haf­ti­gen Wie­der­gän­gern der legen­dä­ren Funk‐​Formation Tower of Power.

Foto: Ger­hard Fally
Auch stimm­lich hat sich etwas ver­än­dert. Roger Cicero setzt noch mehr als zuvor Glanz­lich­ter, besticht mit sei­ner unnach­ahm­li­chen Mischung aus Ener­gie, Emo­tion und Läs­sig­keit. Doch vor allem greift er effekt­voll zu neuen Stil­mit­teln. „Ich bin auf die­sem Album erst­mals seit Lan­gem einer alten Lei­den­schaft nach­ge­gan­gen und habe viele Chöre arran­giert und ein­ge­sun­gen, mit Gospel‐​Elementen gear­bei­tet und mich in jeder Hin­sicht aus­ge­tobt. Ich denke, so ist noch mal eine ganz neue Klang‐​Facette hinzugekommen.“

Doch auf der Bühne geht es nicht nur um die Musik, son­dern auch um den Enter­tai­ner Cicero. Er singt, er swingt, er flir­tet mit dem Publi­kum und erzählt eine Menge Geschich­ten um sei­nen Zuschau­ern einen unter­hal­ten­den­den Abend zu bie­ten. Gerade sein Lieb­lings­thema – der Kampf der Geschlech­ter – wird einen Tag vor dem berühm­ten Valen­tins­tag mit Sicher­heit die Kie­ler Kon­zert­be­su­cher erfreuen.

Kar­ten kos­ten zwi­schen 40,25 und 59,80 Euro und sind an allen bekann­ten Vor­ver­kaufs­kas­sen erhältlich.

Über den Autor

Daniela Sonders Daniela Sonders

Suchte 2008 nach kiel4kiel und fand den För­de­flüs­te­rer. Wollte eigent­lich nur hier und da mal ne Kino­kri­tik schrei­ben und ver­sucht jetzt die­sen herr­lich wuse­li­gen Laden in Schach zu hal­ten. Das hat sie nun davon.

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