// Musik

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Glasser

Ring

Glasser – Ring
Glasser – Ring

Erfin­dun­gen ver­ein­fa­chen das Leben, und manch­mal ver­schö­nern sie es einem auch. Die Ame­ri­ka­ne­rin Came­ron Mesi­row hat das „Auer­glass“ erfun­den, die­ses ist ein Instru­ment, wel­ches erst ein­mal so groß wie ein Wohn­zim­mer ist und einen auch vom Klang­bild sehr an eine Kir­chen­or­gel erinnert.

Auch sonst scheint Came­ron Mesi­row aller­hand fer­tig zu bekom­men, denn man bezeich­net sie als ein One‐​Woman‐​Orchestra, das alles allein erforscht. Im Jahre 2009 erschien ihre erste EP „Apple“, bei der sie bewies, dass man Klang­for­schung und kom­plexe Geschich­ten in fast poptaug­li­che Songs bin­den kann. Diese Gabe ist bekann­ter­ma­ßen nicht jedem in die Wiege gelegt.

Nun ist mit „Ring“ das erste rich­tige Album von Glas­ser, wie sich Came­ron Mesi­row als Musi­ke­rin nennt, ver­öf­fent­licht wor­den. Dies­mal aller­dings hat sie sich sich mit Ariel Rechts­haid Hilfe beim Song­schrei­ben geholt, und auch Pro­du­zen­ten durf­ten an ihrem Debüt mit­wer­keln. Aber wer ihre bei­den EPs kennt, der merkt, dass sie sich die Zügel nicht aus der Hand hat neh­men lassen.

Denn ihre Songs sind gerne mit geschich­te­ten Syn­t­hie­flä­chen, Beats und komi­schen Klän­gen belegt. Dabei bemerkt man teil­weise nicht, wie kom­plex die Songs in Wirk­lich­keit sind und wie hoch der Span­nungs­bo­gen aus­ge­ar­bei­tet ist. Wich­tig ist auch der Rhyth­mus, der hier in unter­schied­li­chen For­men auf­tau­chen. Mal ras­selt es im Hin­ter­grund leise, und dann kom­men die Beats rich­tig kraft­voll offen­siv daher. Der Gesang ist dann auch immer ent­rückt, und gerne hört man im Hin­ter­grund chorähn­li­che Gesänge.

Musi­ka­lisch ist das natür­lich sehr ver­schro­ben und erin­nert einen auch an meh­re­ren Künst­le­rin­nen. Da wäre Björk, nur nicht so getrie­ben; Fever Ray, nur mit mehr Wärme; auch Zola Jesus und Bat For Las­hes sind nicht weit. Also ein sehr kom­ple­xes Album ist „Ring“ und die Musik von Glas­ser, aber man auch nichts ande­res erwar­tet von einer Künst­le­rin, die ein Mons­trum von einem Instru­ment erfun­den hat.

Erschie­nen bei: True Pan­ther Sounds /​Beggars Group /​Indigo

www​.mys​pace​.com/​g​l​asser

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Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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