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Donnerstag, 18. Februar 2010

Preis der Leipziger Buchmesse 2010

Nominierung für Steffen Martus

Seit wenigen Tagen sind die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse 2010 bekannt. Jeweils fünf Titel sind in den Kategorien Belletristik, Essayistik/ Sachbuch und Übersetzung für den diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. In der Kategorie Essayistik/Sachbuch ist auch der Kieler Professor für Neuere deutsche Literatur der Christian-Albrechts-Universität Steffen Martus mit seinem Buch „Die Brüder Grimm. Eine Biographie“ vertreten. Wer das Rennen in dieser sowie in den beiden anderen Kategorien tatsächlich macht wird, wird traditionell am 18. März um 16 Uhr auf der Leipziger Buchmesse bekannt gegeben.

Steffen Martus ist Professor für NDL an der CAU und nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2010 in der Kategorie Essayistik/ Sachbuch.
Steffen Martus ist Professor für NDL an der CAU und nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2010 in der Kategorie Essayistik/ Sachbuch.

Der Preis der Leipziger Buchmesse ist eine Auszeichnung, die die Leipziger Messe bereits zum sechsten Mal mit Unterstützung der Stadt Leipzig und des Freistaates Sachsen und in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin vergibt. Die mit insgesamt 45.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von einer siebenköpfigen Jury zu gleichen Teilen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Essayistik sowie Übersetzung verliehen. Anspruch der Jury ist es, herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen zu ehren, womit der Preis unmittelbar an das Konzept der Leipziger Buchmesse als Forum für Autoren und Literaturvermittlung anschließt.

Die Nominierten

Unter 760 eingereichten Büchern wählte die Jury - Verena Auffermann (Kulturjornalistin) , Dr. Jens Bisky (Süddeutsche Zeitung), Dr. Adam Soboczynski (Die Zeit), Dr. Ina Hartwig (freie Journalistin), Elmar Krekeler (Die Welt), Kristina Maidt-Zinke (Süddeutsche Zeitung), Volker Weidermann (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) – folgende Autoren und ihre Werke aus:

Kategorie Belletristik:

  • Jan Faktor: "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des
    heiligen Hodensack-Bimbams von Prag" (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
  • Helene Hegemann: Axolotl Roadkill" (Ullstein Verlag)
  • Georg Klein: "Roman unserer Kindheit" (Rowohlt Verlag)
  • Lutz Seiler: "Die Zeitwaage" (Suhrkamp Verlag)
  • Anne Weber: "Luft und Liebe" (S. Fischer Verlag)

Kategorie Essayistik/ Sachbuch:

  • Michael Hampe: "Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück" (Carl Hanser Verlag)
  • Steffen Martus: "Die Brüder Grimm. Eine Biographie" (Rowohlt Verlag)
  • Ulrich Raulff: "Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben" (C.H.Beck)
  • Frank Schirrmacher: "Payback: Warum wir im Informationszeitalter
    gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die
    Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen" (Blessing Verlag)
  • Wolfgang Ullrich: "Raffinierte Kunst. Übung vor Reproduktionen" (Verlag Klaus Wagenbach)

Kategorie Übersetzung:

  • Ulrich Blumenbach: "Unendlicher Spaß", aus dem Amerikanischen von Autor David Foster Wallace (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
  • Christian Hansen: "2666", aus dem Spanischen von Autor Roberto Bolano (Carl Hanser Verlag)
  • Grete Osterwald: "Waltenberg", aus dem Französischen von Autor Hédi Kaddour (Eichborn Verlag)
  • Rosemarie Tietze: "Anna Karenina", aus dem Russischen von Autor Lew Tolstoi (Carl Hanser Verlag)
  • Hubert Witt: "Wilner Getto 1941-1944: Biographische Aufzeichnungen",
    aus dem Jiddischen von Autor Abraham Sutzkever (Ammann Verlag)

Das Buch

Die Brüder Grimm. Eine Biographie

Ihre Sammlung der Kinder- und Hausmärchen ist das weltweit meistgelesene deutsche Buch, als Gelehrte haben sie das Wissen über unsere Sprache und Geschichte revolutioniert und wie niemand vor ihnen haben sie Brüderlichkeit als Lebensform begriffen: Seit ihrer Kindheit lebten Jacob und Wilhelm Grimm meist unter einem Dach und arbeiteten gemeinsam. Ihre Berliner Wohnung war eines der kulturellen Zentren Preußens. Der weit gereiste Diplomat Jacob, der 1814/15 am Wiener Kongress teilnahm und 1848 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung wurde, und der Familienvater Wilhelm, geselliger Erzähler und Freund der Dichter – es waren höchst ungleiche Brüder, die mit Leidenschaft die Vergangenheit von Literatur, Recht und Religion erkundeten, um ihre Gegenwart zu verstehen. Die Impulse, die von ihnen ausgingen, sind bis heute wirksam. Steffen Martus lässt die Biographie der Brüder Grimm lebendig werden und rückt sie zugleich in den kulturgeschichtlichen Kontext ihrer Epoche.

Die Person

Steffen Martus wurde 1968 in Karlsruhe geboren. Er studierte an der Universität Regensburg Deutsche Philologie, Sozialkunde, Philosophie und Soziologie. Nach seinem Magisterabschluss folgten an der Humboldt-Universität zu Berlin 1998 die Promotion und 2006 schließlich die Habilitation. Nach einer Zwischenstation an der Friedrich-Alexander-Universität zu Erlangen-Nürnberg, übernahm er im April 2007als Nachfolger von Prof. Dr. Heinrich Detering den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur/Literaturwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die deutsche Literatur des 17. bis 21. Jahrhunderts, Verschränkungen von Literatur und Wissenschaftsgeschichte, Fragen der Literaturtheorie (insbesondere Autor- und Werktheorien) sowie die Praxeologie der Geistes- und Kulturwissenschaften. Seit 1997 schreibt er als Literaturkritiker regelmäßig für die Süddeutsche und Berliner Zeitung und ist Herausgeber der Internetzeitschrift lit03.de – Magazin für Literaturkritik und literarische Öffentlichkeit und Zeitschrift für Germanistik bzw. Mitherausgeber der IASL-online.

Wir drücken die Daumen und sind schon ganz gespannt auf die öffentliche Bekanntmachung der Preisträger 2010 am 18.März.

Die nominierten Titel zum Hineinhören

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Über den Autor

Anita Vrcic Anita Vrcic
Als diplomierte Ur- und Frühgeschichtlerin interessiere ich mich nicht ausschließlich für alte Kulturen, sondern auch für Zeitgenössisches. Ich mag Literatur, Kunst, Musik, Filme und Theater.

Kommentare


user icon  miadonna:

schaut auch mal hier, welchen Favoriten die Leser im Web haben für den Preis der Leipziger Buchmesse: http://www.lovelybooks.de/leipziger-buchmesse-2010

03.03.2010, 13:23 Uhr

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