Donnerstag, 29. Juli 2010
Christy & EmilyMit Punk hat es nichts zu tun, und metallische Gitarrenriffs hört man hier auch nicht. Eher hat man sich auf Emilys Wurzeln eingelassen. Die zehn Songs auf ihrem zweiten Album „No Rest“ sind dann meist eher ruhig und fallen anfangs nicht auf.
Doch man sollte dieser Art Folk‐Oden ruhig weitere Chancen schenken. Die Songs entwickeln sich und haben auch etwas Geisterhaftes. Die Arrangements sind meist sehr karg, Christy setzt mit ihrem Schlagzeug spröde Akzente, und ihr Gitarrenspiel hat gerne viel Hall in sich. Dazu kommt als Kontrast dann das Piano– und Orgelspiel von Emily, das auch nicht überschwänglich eingesetzt wird.
Manchmal klingen ihre Folk‐Lieder dann wie Beach House, vielleicht weil dort die Orgel ähnlich schwermütige Melodien ausspuckt; „Kings & Monsters“ ist ein gutes Beispiel dafür. Auch beweist dieser Song, dass Christy eine eindringliche Stimme hat. Eigenbrötlerisch ist dieses Album an einigen Stellen und manchmal sanft, um dann im nächsten Moment eine dezente Dramatik zu zeigen.
„No Rest“ ist ein Werk, das ganz behutsam wächst und dabei immer irgendwie angenehm verborgen bleibt. Produziert wurde dieses Album übrigens von Hans Joachim Irmler, dem Mitbegründer der Krautrock‐Band Faust.
Erschienen bei: Klangbad /Broken Silence
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