Dienstag, 16. März 2010
Jennifer Rostock in der PumpeZahlreich waren sie erschienen, die Fans der selbsternannten „Business‐Punks“, die meisten unter fünfundzwanzig Jahre alt, teilweise in schwarz gekleidet, aber auch viele „Normalos“, die eine energiegeladene Band erwarteten und nicht enttäuscht wurden. Als Vorband wurde an diesem erst zweiten Tag der aktuellen Tour „Der Filmriss“ die Band „Base“ eingeladen um das Publikum anzuheizen, was in einigen Ecken mäßig gelang. Besucher beschrieben die Band als eine Mischung aus The Cure, Bloc Party, Depeche Mode, also „Synthi mit deutschen Texten“.
Um 22 Uhr sprangen dann die Bandmitglieder von „Jennifer Rostock“ auf die Bühne und entflammten ihr musikalisches Feuerwerk, vor allem die Teenagerabteilung im Publikum erwies sich als sehr textsicher und konnte nahezu von Beginn bis Ende des Konzertes lippensynchron mitsingen.
Die Band interagierte stark mit dem Publikum: Saskia aus Kiel durfte auf der Bühne „Kopf oder Zahl“ singen, den Titel, mit dem die Band bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ einem größeren Publikum bekannt wurde. Der sich als homosexuell geoutete Kevin durfte gar auf der Bühne mit der Frontsängerin tanzen, nachdem sie den Zuschauern bekannt gab, gerade „schwulen Männern sehr zu vertrauen“. Insgesamt flirtete Sängern Jennifer viel mit dem Kieler Publikum, und auch der Rest der Band stieg auf jeden Gag ein.
Die Musikauswahl bot viele bekannte Songs, wenige Balladen dafür zahlreiche rockige Stücke und die vorderen Besucherreihen honorierten dies mit wildem Pogo‐Tanz vor der Bühne. Wer es ruhiger mochte, zog sich in die hinteren Reihen zurück.
Die Sängerin selbst gab auch zwischen den Songs ihr Bestes, das Publikum auf ihre Weise zu unterhalten: So spielte sie mit ihrem Aussehen und ihrer Wirkung auf Männer, sorgte aber auch für entwaffnende Momente, als sie freimütig zugab, etwas Sorge davor zu haben, dass ihre Kleidung verrutschen und dabei den Blick auf ihren Intimbereich freigeben könnte, bevor sie passend das Stück „Du willst mir an die Wäsche“ sang.
Um 23 Uhr wurde mit „Ich will hier raus“ der letzte Song vor den Zugaben angekündigt, bevor die Band aufgrund zahlreicher „Zugaben“-Rufe wieder auf die Bühne trat. Frontfrau Jennifer steckte oben genanntem Kevin eine Zigarette zu und kündigte auf diese Weise den Song „Gib mir Feuer“ an. Nach rund 15 Minuten und der dritten Zugabe „Nenn mich nicht Jenny!“ wurden mit einem großen Knall Papierschnipsel und bunte Bänder ins Publikum geschossen und das Publikum in die Nacht entlassen.
Für den Fördeflüsterer besuchte Mia Manzow das Konzert von „Jennifer Rostock“.
Wie sagt man so schön: Kein Applaus für scheiße.
Mittwoch, 25. August 2010, 16:29
noch nie in meinem leben habe ich ein so unmögliches publikum erlebt. nungut, dass man als jenny‐rostock‐fan mit der musik der vorband nicht unbedingt viel anzufangen weiß, u.a. weil diese dort ansetzt, wo der jenny‐rostock‐fan noch nicht einmal geplant war – geschenkt. und man soll ja auch gar nicht frenetisch jubeln, wenn man’s nicht mag. einen anstandsapplaus hätte man trotzdem ruhig abgeben können, aber so gab es nur einmal lauteren applaus. nämlich, als der sänger das letzte lied ankündigte. selbst beim abbauen wurde die band noch aus den ersten reihen beschimpft. habe mich selten so fremdgeschämt in meinem leben.
Mittwoch, 17. März 2010, 00:09