Samstag, 06. Februar 2010
Thomas Gsella zu Gast im LunaDer Club war ziemlich gut besucht und alle waren ziemlich amüsiert – auch dann noch, als der 51‐jährige sein Gedicht über Kiel zum besten gab, das eher zum Weinen als zum Lachen war. Doch nicht nur viele Städte Deutschlands bekamen ihr Fett weg (besonders Bielefeld scheint wenig lebenswert zu sein, reimte doch auch schon Wiglaf Droste traurig‐komische Zeilen über diese Stadt), sondern außerdem eine Vielzahl von Berufen: ganz besonders schlimm hat es den Zahnarzt getroffen: „Der Zahnarzt ist nicht arm wie du. Er ist ein reicher Räuber. Drum wählt er gern die CDU und wo er kann den Stoiber.“ Der Text, der in der Süddeutschen Zeitung erschien, für die Thomas Gsella Kolumnen schrieb, hatte denn auch viele bitterböse Leserbriefe zur Folge. Auch die waren es wert, vorgelesen zu werden.
Seine Texte, Lyrik wie Prosa, bedienen sich an Klischees über Ossis und Wessis, Lehrer und Hausfrauen, Freiburger und Kölner. Bitterböser Humor, der mit Zeichnungen aus den verschiedenen Büchern Thomas Gsellas auf einer Leinwand garniert wurde. Es war für jeden etwas dabei – zwei Stunden Satire vom feinsten.