Montag, 31. Mai 2010
Interview Teil 2Im ersten Teil dieses Interviews stellten wir die Person Henry Krasemann und seine Internetaktivitäten vor. Im zweiten Teil haben wir ihn zu seinen literarischen Ambitionen befragt.
Fördeflüsterer: Podcasts, Internetseiten, Kolumnen – wie kam es nun zum eigenen Roman? Und was sagt das Umfeld dazu?
Henry Krasemann: Angefangen habe ich mit dem Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten zum Ende der Schulzeit. Wie wahrscheinlich bei vielen männlichen Jugendlichen in der postpubertären Phase war es eine Möglichkeit den eigenen Weltschmerz zu verarbeiten und vielleicht Mädchen zu beeindrucken. Ich hatte sogar fast einen Verlag für meinen erste Roman. Nach einer ersten Zusage hat der sich jedoch leider nicht wieder gemeldet und nun gibt es den Verlag nicht mehr. Selber schuld… Da habe ich das Buch („Im Traum stehen alle Uhren still“) eben nach einigen Überarbeitungen vor zwei Jahren selber rausgebracht.
Als der Weltschmerz verarbeitet war und das Beeindrucken der Mädchen nicht so richtig funktionierte, da war es während der Studienzeit mehr der journalistische Weg über die Unizeitung fOLIUM. Und jetzt macht mir das Schreiben von lustigen Texten am meisten Spaß, wie bei Caulius‘ Kolume in den Kieler Nachrichten (Teil INKIEL). Meine Frau musste beim Korrekturlesen von „Gottes-Sohn.com“ auch einige Male wirklich lachen – mit dem Beeindrucken der Mädchen hat es also nun doch noch geklappt!
Fördeflüsterer: „Gottes-Sohn.com“ ist bereits Ihr zweiter Roman und nach dem Titelzusatz „Band 1″ auch gleich auf mehrere Teile angelegt. Ist der Kopf voll mit sprudelnden Ideen, oder wollten Sie sich damit auch selbst ein klein wenig unter Druck setzen?
Henry Krasemann: Tatsächlich habe ich noch genug Ideen, die sich schon aus meinem Alltagsleben ergeben und darauf warten, in der einen oder anderen Form verschriftlicht zu werden. Unter Druck setzen wollte ich mich damit nicht. Eher ist es auch ein Stück Marketing. Schließlich sind viele gute Geschichten irgendwie schon immer als Trilogie geplant gewesen. Und ich wollte nicht erst bis zum Erfolg warten, um das behaupten zu können.
Fördeflüsterer: Haben Sie denn schon einmal vor Publikum gelesen? Wie bereiten Sie sich darauf vor? Und sind Sie vielleicht auch ein klein wenig nervös?
Henry Krasemann: Eine Lesung des Romans im kleineren Kreis gab es schon und die hat Spaß gemacht. Da ich auch schon oft dienstlich Vorträge und Präsentation gehalten habe und regelmäßig Vorlesungen an Uni, FH und WAK halte ist es vor allem Vorfreude auf den Termin. Die geplanten Ausschnitte werde ich auf jeden Fall noch einige Male in meinem Arbeitszimmer test‐lesen. Aber etwas Nervosität ist natürlich dabei. Im Gegensatz zu dienstlichen Vorträgen und Vorlesungen habe ich keine Ahnung, wer kommt und welche Erwartungen mitgebracht werden.
Fördeflüsterer: Zum Abschluß noch die wichtigste Frage: Warum sollen die Kieler am Montag abend ins Studio kommen?
Henry Krasemann: Das Praktische ist, dass meine Lesung um 20:30 Uhr beginnt und wem es nicht gefällt, der kann spontan um 21:00 Uhr noch Robin Hood im Kino sehen. Henry Krasemann oder Russell Crowe – das nenne ich mal Entscheidungsfreiheit.
Anwesend sein werden voraussichtlich auch die meisten Freunde, mit denen ich Podcasts mache. Wer also schon immer mal die Gesichter hinter den Stimmen von Bester-Film.de, Spiele-Podcast.de oder auch Jurafunk.de sehen wollte, hat hier voraussichtlich eine seltene Chance (sofern sie sich offenbaren wollen).
Außerdem läuft nichts im Fernsehen.
Fördeflüsterer: Vielen Dank für das Gespräch und viel Spaß und gutes Gelingen am Montagabend!
Direkt bei youtube schauen.