Montag, 30. August 2010
Beachvolleyball DMBei sehr wechselhaftem Wetter verteidigten die Weltmeister Brink/Reckermann am Timmendorfer Strand ihren deutschen Meistertitel. Sie setzten sich im Finale gegen das Überraschungsduo Böckermann/Urbatzka vom FC St. Pauli deutlich mit 21:12 und 21:17 durch. Bei der traditionellen Siegesrede nutze Julius Brink die Gelegenheit sich mit einem Augenzwinkern bei den St.Pauli Fans zu bedanken, welche bis nachts um 3 Uhr vor seinem Hotel für Stimmung gesorgt haben. Im Spiel um Platz 3 gewannen die Kieler Klemperer/Koreng in einem packenden Match gegen ihrer Vereinskollegen vom HSV Dollinger/Windscheif (19:21, 23:21, 15:11) und sicherten sich so zum insgesamt dritten Mal die Bronze‐Medaille.
Bei den Damen kann es am Vortag nicht zum erwarteten Favoriten Sieg der Europameisterinnen Goller/Ludwig. Das Duo Köhler/Sude schaffte die Sensation und bezwang das deutsche Nationalteam in einem packenden Finale mit 19:21, 25:23 und 15:13. Dabei wehrten die Außenseiterinnen zwei Matchbälle ab und setzten sich im Tie‐Break dank einer starken kämpferischen Leistung durch. Noch im Winter war Jana Köhler, die nach dem Spiel mit den Tränen kämpfte, wegen eines Kreuzbandrisses außer Gefecht gesetzt. Bei der anschließenden Siegerehrung bedankte sie sich bei ihrer Partnerin für das entgegengebrachte Vertrauen. In der Reha fragte ihre neue Partnerin Julia Sude, ob sie als Team in die neue Saison gehen wollen. „Das hat mir viel Sicherheit gegeben. Dass wir heute hier oben stehen, damit hab ich wirklich nicht gerechnet,“ sagte die gerührte Hamburgerin.
Stimmen zum Turnier:
Jonas Reckermann sagte im Anschluss: „Wir sind super glücklich, hier gewonnen zu haben. Es ist keine Selbstverständlichkeit, auch wenn wir mit Klemperer/Koreng natürlich favorisiert waren. Heute haben wir unsere beste Leistung nach unserer Verletzung gezeigt. Wir wussten, dass wir Gas geben müssen und sind Risiko im Aufschlag gegangen. Das ist voll aufgegangen.“
Julius Brink: „Der Titel ist sehr wichtig nach unserer Verletzungspause. Wir sind auch hier teilweise unter unserem Niveau geblieben, haben uns aber durchgebissen. Wir wollten jeden Tag unser Bestes geben, das ist uns in Perfektion gelungen und war nötig, weil die drei anderen Top‐Teams ein unglaubliches Niveau gezeigt haben.“
Jana Köhler: „Es war einfach der Wahnsinn. Ich hatte die ganze Zeit Gänsehaut. Der Finaleinzug hat uns noch mal richtig Power gegeben. Wir waren heute nicht verkrampft und hatten einfach Spaß am Spiel.“
Julia Sude: „Wir hatten uns vorgenommen ins Halbfinale zu kommen und eine Medaille zu gewinnen. Die letzten Wochen waren so aufregend für uns und wir sind viel rumgereist, da ist es uns schwer gefallen, sich auf ein Turnier zu fokussieren. Wir können es noch gar nicht glauben, dass wir Deutsche Meisterinnen geworden sind.“