Freitag, 22. Januar 2010
Holstein KielVier Stunden wurde im Saal 15 zu Gericht gesessen. Auch während der Befragung durch Richterin Sabine Göldner‐Dahmke hielt Marco Stier seine Aussage, von Falko Götz nach der Niederlage bei Eintracht Braunschweig am 8. August 2009 attackiert worden zu sein, aufrecht. Zusätzlich zu den Schlägen gegen die Stirn sei er verbal angegriffen worden. Im Anschluss an seine Vernehmung wurden Stiers Angaben durch mehrere Kollegen, darunter Peter Schyrba und Alexander Nouri, bestätigt. Für Falko Götz sollte Andreas Thom, derzeitiger Co‐Trainer bei den Störchen, aussagen, der jedoch ebenso wenig wie Mittelfeld‐Akteur Tim Jerat entlastende Aussagen beisteuern konnte.
So fiel dann das Urteil zugunsten von Holstein Kiel aus. Mit ihrem Urteilsspruch, dass das Schlagen des Spielers Stier als heftig zu bezeichnen und daher als Körperverletzung zu werten sei, habe die fristlose Kündigung des damaligen Trainers Rechtsgültigkeit. Götz‘ Hoffnung auf eine Abfindung wurde damit zunichte gemacht; ganz zu schweigen von seinem Ruf als Trainer: Wer seine Spieler verbal einschüchtert und sogar schlägt, wird es schwer haben, eine neue Anstellung zu finden. Zusätzlich geht der Streitwert – vom Gericht auf 80.000 Euro beziffert – zu Lasten des Unterlegenen.
Roland Reime, KSV‐Präsident, äußerte Erleichterung über das nun endlich abgeschlossene Kapitel Falko Götz: „Was ich als besonders wichtig erachte, ist die eindeutige Begründung des Gerichts.“ Dieses mache es Götz‘ Anwalt Oliver Wendt schwer, in die Berufung zu gehen. Auch Marco Stier zeigte sich nach der Sitzung froh darüber, dass der Fall abgehakt sei und man sich nun wieder auf den Fußball konzentrieren könne. Das Auftreten der Mannschaft vor Gericht als Einheit nährte die Hoffnung für die bevorstehende Rückrunde, in der es um nicht weniger als den Klassenerhalt geht. Für diese Aufgabe verpflichtete man soeben den Oberhausener Benjamin Schüßler.