// Musik

Freitag, 03. September 2010

Trentemøller

Into The Great Wide Yonder

Trentemøller -  Into The Great Wide Yonder
Trentemøller - Into The Great Wide Yonder

Tren­temøl­ler hat mit sei­nem ers­ten Album „The Last Resort“ sich zu einem der wich­tigs­ten Tech­no­künst­ler der Neu­zeit gemau­sert. So ein Prä­di­kat ist eigent­lich für jede Mar­ke­ting­firma eine Steil­vor­lage, und die Plat­ten­fir­men müss­ten ihn moti­vie­ren, die­sen Sta­tus wei­ter aus­zu­bauen. Doch Anders Tren­temøl­ler ist zu sehr Künst­ler, als dass er an einer Marke Tren­temøl­ler arbei­ten muss.

Das sich seine Musik also ändert und wei­ter ent­wi­ckelt, war klar. Sehr auf­schluss­reich dabei war schein­bar seine im letz­ten Jahr erstellte Com­pi­la­tion „Har­bour Boat Trips 01″. Diese Zusam­men­stel­lung war damals fernab vom Techno, dafür hörte man düs­tere und schwer­mü­tige Klänge von Beach House, The Rave­o­net­tes, Gra­ven­hurst, A Place To Bury Stran­gers oder Suicide.

Die­ses hat sich nun auch auf die Musik sei­nes zwei­ten Album „Into The Great Wide Yon­der“ über­tra­gen. Hier scheint kaum ein hel­les Licht durch, und vie­les könnte als Film­mu­sik für einen leicht depres­si­ven cine­as­ti­schen Strei­fen herhalten.

Dabei erin­nern Songs wie „Häxan“ an beängs­ti­gende „Twin Peaks“ Momente, „Sil­ver Sur­fer, Ghost Rider Go!!!“ ist eine elek­tro­ni­sche TwangSurf‐​Nummer, die man sonst nur von den Legen­den Sui­cide kennt. „…Even Though You’re With Ano­ther Girl“ erin­nert dank der weib­li­chen Stim­men stark an Mazzy Star und das eiernde Xylophon‐​Spiel passt zu die­sem Szenario.

Auch zum schwer in Moll getränk­ten „The Mash And The Fury“ hat man Ver­gleich­ba­res eher sel­ten gehört, aber Tan­ge­rine Dream dürf­ten sich geschmei­chelt füh­len. Die Sin­gle „Syca­more Fee­ling“ umschreibt schon im Titel, wie der Song klingt, und den­noch ist dies der ein­zige Song, der viel­leicht noch etwas Pop in sich trägt, auch wenn hier die Trau­rig­keit sich ihren Weg bahnt.

Eine mutige Platte von Tren­temøl­ler, die seine Fan­ge­meinde spal­ten wird und die Plat­ten­bosse sicher­lich die Haare rau­fen lässt. Allein die­ser künst­le­ri­sche Mut ver­dient Respekt.

Erschie­nen bei: In My Room /​Rough Trade

www​.ander​st​ren​te​mol​ler​.com

Video

Direkt bei youtube schauen.

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

Kommentare


Du bist nicht eingeloggt. Der Fördeflüsterer würde sich freuen, wenn Du Dich anmeldest oder Dich registrierst.

facebook

 

Hosting

 

Werbung