Samstag, 06. März 2010
Riva StarrDie Tracks sind recht einfach aber niemals plump dargeboten. Das erstaunt, denn Stefano Miele bedient sich wie eine diebische Elster bei der Sample‐Auswahl. Dabei verschleiert er gar nicht, wo er überall auf Beutezug war.
Dabei ist sicherlich am auffallendsten „Bulgarian Chicks“, denn dieser Song klingt eher wie der Remix des gleichnamigen Balkan Beat Box Songs. Auch sonst mag er gerne Osteuropäische Samples, so ist „I Was Drunk“ mit einer lockeren Schifferklavier‐Melodie bespielt, und „Black Cat, White Cat“ ist eine Hommage an den jugoslawischen Regisseur Emir Kusturica.
Aber kommen wir nochmal zu den Samples, der Umgang mit diesen ist bei ihm ja schon sehr salopp, und vieles kommt einem unheimlich bekannt vor. Schließlich klaut er gerne bei bekannten Songs seine Klangfetzen, und bei so etwas muss einem eigentlich mulmig werden. Immerhin gibt es hunderte oder tausende Housetracks die genau das gleiche machen, und Stefano Miele macht das ganze sogar auf Albumlänge.
Doch der Unterschied ist, dass er dennoch immer alles fein verbastelt wie ein Vogel, der seine Halme und Äste überall herholt und dann ein eigene Nest baut. Er verbindet diese Samples dann immer mit seinen eigenen Beats, Bässen, Dynamik und Rhythmen und das auch noch clever genug, und tanzbar ist das alles auch noch ungemein.
Erschienen bei: Made To Play /Nova Media
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