// Musik

Donnerstag, 02. September 2010

The Roots

How I Got Over

The Roots - How I Got Over
The Roots - How I Got Over

Dass es dem Hip­Hop nicht gut geht, hat man schon lange gehört. Ob das der Grund ist, warum eine der bes­ten Live‐​Bands die­ses Gen­res auf ein­mal die Haus­band vom NBC Late‐​Night‐​Talker Jimmy Fal­lon ist. Die Rede ist natür­lich von The Roots, und man ist schon ver­wun­dert, dass die jetzt auf ein­mal einen ninetofive‐​Job ange­nom­men haben. Von daher kann man schon ein wenig in Sorge gera­ten, dass es der Band nicht gut geht.

Doch mit dem neus­ten Album „How I Got Over“ beweist die Band aus Phil­adel­phia, dass sie künst­le­risch nicht in einer Krise steckt. The Roots haben einen Vor­teil, denn sie haben jede Menge Kon­traste gegen­über den typi­schen Gold­ket­ten und Dicke‐​Autos‐​Klischees des rest­li­chen Rap. Hier wer­den die Songs nicht am Reiß­brett pro­du­ziert, son­dern noch mit rich­ti­gen Instru­men­ten erzeugt.

Auf­fäl­lig dabei ist, dass ?eustlove Schlagzeug‐​Spiel den Songs einen ganz eige­nen Cha­rak­ter ver­leiht und so einen ganz eige­nen Beat erzeugt, den man sonst in die­sem Genre nicht kennt. Doch ehr­lich gesagt sche­ren sich The Roots auch im 23. Jahr ihres Beste­hens wenig um musi­ka­li­sche Gren­zen. So arbei­ten sie dies­mal mit Künst­lern zusam­men, die mit Hip­Hop eigent­lich nichts zu tun haben.

So kommt es, dass Conor Oberst und seine wun­der­bare Neben­band Mons­ters Of Folk hier ihren Song „Dear God“ sam­peln und mit den Rap­parts von Black Thought aus­stat­ten las­sen. Genauso ver­wun­der­lich ist, dass die scheue Joanna Newsom ihr Früh­werk „The Book of Right‐​On“ hier als Bei­werk für ihren The‐​Roots‐​Hit freigibt.

Die Gäste und ihre Songs sind meist nur im Hin­ter­grund ein­ge­bet­tet, wovon alle pro­fi­tie­ren, denn die Künst­ler zei­gen, dass ihre Musik auch in ande­rem Kon­text funk­tio­niert, und The Roots unter­mau­ern ihre exzel­lente Außenseiter‐​Rolle in dem tot­ge­sag­ten Genre.

Erschie­nen bei: Def Jam /​Uni­ver­sal

www​.the​roots​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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