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Samstag, 03. Oktober 2009

2:0 gegen Stuttgart II

Holstein erstrahlt in neuem Licht

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Die Stör­che haben am Frei­tag­abend ihr Heim­spiel gegen die U23 des VfB Stutt­gart mit 2:0 gewon­nen. Bei der Flutlicht‐​Premiere zeigte die Elf von Tors­ten Fröh­ling nach zuletzt wech­sel­haf­ten Leis­tun­gen Moral und besann sich auf die vom Trai­ner gefor­der­ten „Holstein‐​Tugenden“: Kampf­geist und Bissigkeit.

Aus­ge­gli­che­ner Beginn

Nach­dem Trai­ner Fröh­ling sein Team erneut umstel­len musste – ins­ge­samt fie­len zehn Spie­ler aus –, war von der KSV kein schwung­vol­ler Beginn zu erwar­ten, aber auch der VfB hielt sich in der Anfangs­phase zurück. Die erste Chance für Kiel ergab sich in der 19. Minute, als Marco Stier von Kevin Schulz in Szene gesetzt wurde. Sein Kopf­ball war jedoch zu harm­los plat­ziert. In der Folge wur­den jedoch beide Mann­schaf­ten leb­haf­ter, und es ent­wi­ckelte sich ein Spiel mit ansehn­li­chem Tempo. Es man­gelte allein an rich­tig guten Tor­chan­cen. Sowohl die Kie­ler als auch die Stutt­gar­ter ver­such­ten es in der ers­ten Halb­zeit vor allem mit Schüs­sen aus 20 bis 40 Metern Torent­fer­nung – beide Mann­schaf­ten waren gut auf­ge­stellt. Die größte Schreck­se­kunde erleb­ten die Kie­ler Fans, als Tor­wart Hen­z­ler aus sei­nem Tor her­aus­lief und die Abstim­mung mit Peter Schyrba nicht stimmte. Das Stutt­gar­ter Nach­wuchs­ta­lent Sebas­tian Rudy konnte die Chance jedoch nicht ver­wer­ten und ver­fehlte das ver­waiste Gehäuse.

Stark nach der Pause

Zu Beginn der zwei­ten Halb­zeit sahen 4853 Fans, so die offi­zi­elle Zuschau­er­zahl, wie sich die Kie­ler in der geg­ne­ri­schen Hälfte fest­setz­ten. Bei gleich­blei­bend hoher Lauf­be­reit­schaft stör­ten sie die Gäste früh­zei­tig, erar­bei­te­ten sich meh­rere Eck­stöße und kamen ver­stärkt zu Tor­chan­cen. In der 59. Minute zahlte sich die Über­le­gen­heit end­lich aus: Michael Holt traf mit einem sehens­wer­ten Schuss zur ver­dien­ten 1:0 Füh­rung, bezeich­nen­der­weise aus einer Dis­tanz von 20 Metern, denn auch die Stutt­gar­ter stan­den wie in der ers­ten Halb­zeit sicher.

Nach­set­zen

Die Stör­che begin­gen nicht den Feh­ler, die knappe Füh­rung zu ver­wal­ten, son­dern mit der laut­star­ken Unter­stüt­zung der Fans, die der zwölfte Mann auf Sei­ten der Kie­ler waren, mach­ten sie wei­ter Druck: Sie stör­ten bereits im Mit­tel­feld den Spiel­auf­bau der Stutt­gar­ter, gin­gen robust in die Zwei­kämpfe – vier gelbe Kar­ten stan­den am Spie­lende für Kiel zu Buche – und erar­bei­te­ten sich dadurch wei­tere Chan­cen. Stutt­garts Nach­wuchs kam nur noch ver­ein­zelt durch Dis­tanz­schüsse oder Stan­dard­si­tua­tio­nen vor das Kie­ler Tor. So Daniel Didavi, der beste Schwabe des Abends, als er in der 65. Minute aus 30 Metern den Außen­pfos­ten traf.

Die Ent­schei­dung

Mit der Ein­wechs­lung von Mat­thias Hum­mel bewies Coach Fröh­ling ein glück­li­ches Händ­chen. In den Schluss­mi­nu­ten konnte Hum­mel den Ball auf der rech­ten Außen­bahn behaup­ten und den Ball in den geg­ne­ri­schen Straf­raum flan­ken, wo Stür­mer Tim Wulff lau­erte. Bevor die­ser den Ball kon­trol­lie­ren konnte, wurde er von Pischorn gefoult, und Schieds­rich­ter Aarn­ink ent­schied auf Elf­me­ter. Holt trat an und traf sicher zum 2:0-Endstand – gleich­zei­tig sein neun­tes Saisontor.

Stim­men zum Spiel

Die Fans waren begeis­tert und zoll­ten ihrer Mann­schaft mit Stan­ding Ova­tions Tri­but. Die Spie­ler waren erschöpft, aber die Freude über die­sen wich­ti­gen Sieg stand ihnen ins Gesicht geschrie­ben. „Das war die rich­tige Reak­tion nach dem Wuppertal‐​Spiel. Das war ein rie­si­ger und ehr­li­cher Fight“, fasste Michael Holt, der Garant des Sie­ges, die Par­tie tref­fend zusam­men. Auch der freu­de­strah­lende Trai­ner war voll des Lobes und sprach dem Team seine Hoch­ach­tung aus: „So müs­sen wir uns vor kei­ner Mann­schaft ver­ste­cken. Wenn wir selbst unter Druck sol­che Ele­mente auf­blit­zen las­sen kön­nen, dann spricht das für meine Jungs.“

Wäh­rend die Schwa­ben es ver­pass­ten, sich vor­über­ge­hend an die Tabel­len­spitze zu set­zen, konn­ten die Kie­ler drei sehr wich­tige Punkte sam­meln und die Abstiegs­ränge fürs Erste ver­las­sen. Die bevor­ste­hende Län­der­spiel­pause wird mit einem Freund­schafts­spiel bei Union Ber­lin (10. Okto­ber, 14 Uhr, Alte Förs­te­rei) genutzt, bevor die Stör­che am 17. Okto­ber bei Wehen Wies­ba­den (anpfiff eben­falls 14 Uhr) wie­der auf Punk­te­jagd gehen.

Spiel­sta­tis­tik

  • Hol­stein Kiel­ – VfB Stutt­gart II 2:0 (0:0)

  • Kiel: Hen­z­ler – Schulz (70. Hum­mel), Mül­ler, Schyrba, Jür­gen­sen – Vuj­cic, Sied­schlag, Nouri (80. Brück­ner), Holt – Wulff, Stier (56. Sembolo)
  • Stutt­gart: Stolz – Schim­mel, Pischorn, Karikari, End­erle – Schwarz, Rudy, Didavi, Hert­ner (73. Hin­de­lang) – Hof­mann (79. Schipplock), Klauß (79. Riedle)

  • Tore: 1:0 Holt (59.), 2:0 Holt (87., FE)
  • Schieds­rich­ter: Arne Aarn­ink (Nordhorn)
  • Zuschauer: 4853 im Kie­ler Holsteinstadion

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(Text: Arne Klahn)

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