Sonntag, 22. Februar 2009
Spitzenspiel ohne Sieger8250 Zuschauer kamen bei gutem, nicht zu kaltem Wetter am Samstag ins Holstein‐Stadion, um beim Spitzenspiel der Regionalliga Nord dabei zu sein. Auf schwierigem Geläuf (die Firma Rumpf arbeitete die ganze Woche an der Schneeräumung des Platzes) kam zunächst kein flüssiges Spiel zu Stande. Echte Chnacen blieben Mangelware, beide Mannschaften befanden sich absolut auf Augenhöhe.
Die erste und einzige wirkliche Möglichkeit in der ersten Halbzeit hatte Magdeburg. Einen indirekten Freistoß aus dem 16er konnte Holstein‐Torwart Frech durch einen schönen Reflex parieren.
Kurz zuvor hatte der Kieler Kapitän Jan Sandmann das Spielfeld aufgrund einer Verletzung verlassen müssen. Offensichtlich hatte er sich beim Aufkommen nach einem Kopfball den Knöchel verletzt. Wesentlich aktiver wurden die Kieler nach der Halbzeitpause, als sie die Ostdeutschen mehr und mehr in ihrer eigenen Hälfte einschnützen und sich mehr und mehr Chancen erspielten. In diese Sturm und Drang‐Phase der Gastgeber fiel vollkommen aus heiterem Himmel die Magdeburger Führung. Einen gut getretenen Eckball verwandelte Braham mit einem schönen Kopfball ins rechte obere Ecke, Frech war hier ohne Abwehrchance.
Wütend agierten nun die Hausherren, Trainer Falko Götz schickte Publikumsliebling Dmitrijus Guscinas aufs Feld – genau die richtige Maßnahme, wie sich bald zeigen sollte. Nach einem schnellen Konter und tollem Zuspiel von Neu‐Kieler Grgic (super Leistung) stzte sich dieser im Strafraum durch und überwand Gäste‐Keeper Beer aus kurzer Distanz zum Ausgleich. In einer fesselnden Schlussphase, in der beide Mannschaften noch Gelegenheiten zum Sieg hatten, gab auch das zahlreich angereiste Publikum, davon gut 3000 Zuschauer aus Magdeburg noch einmal alles, ehe das für beide Teams verdiente unentschieden fest stand. Ein gerechtes Ergebnis, das den Kieler wohl mehr nutzt als den Gästen. Die Störche haben vorerst ihre Tabellenführung verteidigen können.
Insgesamt zeigte sich das Team nach der Winterpause hoch motiviert, gut aufgestellt, und insbesondere die Neuverpflichtungen Grgic und Stier sowie Schleswig‐Holsteins Spieler des Jahres, Lartey, verdienten sich Bestnoten, bei Magdeburg wusste vor allem Torschütze Braham zu gefallen. Es stimmt optimistisch, dass sich das Team auch durch den Rückstand nicht hat verunsichern lassen und das Spiel dann doch noch mit einem Punktgewinn abschließen konnte.
Holstein Kiel: Frech – Siedschlag, Sandmann (44. Hasse), Schyrba, Jürgensen – Lartey, Vujcic (83. Guscinas), Nouri, Stier – Wulff (76. Holt), Grgic
1. FC Magdeburg: Beer – Rosin, Wejsfelt, Bankert, Dragusha – Gewelke, Bauer, Matthias (59. Probst), Watzka – Vujanovic, Braham
Tore: 0:1 Braham (72.), 1:1 Guscinas (85.)
Schiedsrichter: Brych (München)