Donnerstag, 11. Februar 2010
3:0 bei Wacker Burghausen
Als das Spiel von Schiedsrichter Florian Steinberg mit zehn Minuten Verspätung angepfiffen wurde, sah Kiels Trainer Christian Wück nicht glücklich drein. Der Platz war erst zu Beginn der Woche mühsam geräumt worden und starker Schneefall sowie Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt setzten dem Austragungsort erneut zu und ließen eine kurzfristige Spielabsage wahrscheinlich und angemessen erscheinen. So begannen beide Mannschaften zunächst verhalten; mühsam war der Spielaufbau. Nach 25 Minuten hatten die Kieler besser in das Spiel gefunden und kamen durch Neuzugang Benjamin Schüßler zu einer hundertprozentigen Torchance. Frei vor dem Tor verfehlte er allerdings aus sechs Metern Entfernung. Zusammen mit Florian Meyer war der Ex‐Oberhausener aktivster KSV‐Spieler der ersten Spielhälfte.
Als die Teams wieder aus der Kabine kamen, schneite es weiterhin. Die Burghausener spielten nun besser, jedoch waren die Störche agiler und wirkten im Spielaufbau durchdachter. Insbesondere Meyer brachte über die linke Seite immer wieder Gefahr: Seine Flanke in der 53. Minute wurde zwar noch unschädlich gemacht; in der 61. Minute allerdings konnte er nach Zuspiel von Fiete Sykora erst im gegnerischen Strafraum durch ein Foul gestoppt werden. Sven Kresin sah dafür die gelbe Karte, der Unparteiische entschied sofort auf Elfmeter, Massimo Cannizzaro trat an und verwandelte zur verdienten Führung aus Kieler Sicht. Im Anschluss kamen die Gastgeber durch Bajram Nebihi zu einer guten Möglichkeit. Glücklicherweise ging sein Schuss knapp an Simon Frechs Kasten vorbei. Auch von dieser Schrecksekunde ließ sich Holstein nicht aus der Ruhe bringen und erarbeitete sich stattdessen weitere Möglichkeiten.
Mit der Hereinnahme von Joker Dmitrijus Guscinas bewies Holstein‐Coach Wück ein sicheres Gespür, denn unmittelbar nach seiner Einwechslung erhielt der gebürtige Litauer einen Pass von Schüßler und überwand Burghausens Keeper Manuel Riemann mit einem sehenswerten Heber. In der Nachspielzeit fiel dann sogar noch das 3:0. Diesmal machte Schüßler vor dem Tor alles richtig. Er traf aus der Distanz und ließ die widrigen Wetterbedingungen vergessen.
Während sich Burghausens Trainer Jürgen Press enttäuscht über die individuellen Fehler seiner Spieler zeigte, war bei Holstein die Freude über die drei eminent wichtigen Punkte im Abstiegskampf groß: „Ein toller Erfolg bei diesen Bedingungen. Das war ungemein wichtig für uns und aufgrund der zahlreichen Chancen auch absolut verdient“, freute sich Kapitän Tim Jerat. Vor allem das variable Angriffsspiel und die Tatsache, dass drei Tore fielen, obwohl Torjäger Michael Holt gesperrt fehlte, machen Appetit auf die kommenden Spiele.
Auf das kommende Spiel werden die Kieler Fans aber etwas warten müssen. Das ursprünglich für den kommenden Sonnabend, den 13. Februar angesetzte Heimspiel gegen Kickers Offenbach muss wegen des unspielbaren Platzes und der weiterhin vereisten Zuschauerränge und Anfahrtswege abgesagt werden. Demnach findet am 20. Februar das nächste Spiel für die Störche statt. Dann geht es zum derzeitigen Tabellenzweiten nach Ingolstadt.