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Mittwoch, 16. September 2009

Zerwürfnis zwischen Trainer und Team?

Holstein beurlaubt Falko Götz [Update]

Falko Götz ist nicht mehr Trainer der KSV Holstein.
Falko Götz ist nicht mehr Trainer der KSV Holstein.

Die Ära Falko Götz bei der KSV Hol­stein ist bereits nach neun Mona­ten been­det. Am Mitt­woch wurde der Trai­ner, der die „Stör­che“ erst im Dezem­ber 2008 über­nahm, beur­laubt, beim Heim­spiel am Sams­tag gegen Hei­den­heim wird vor­aus­sicht­lich U23‐​Coach Tors­ten Fröh­ling auf der Bank Platz nehmen.

Urplötz­lich ging es ganz schnell bei Hol­stein Kiel: Nach zumeist guten Leis­tun­gen – aber wenig Zähl­ba­rem – in der 3. Liga ent­täuschte der Auf­stei­ger am ver­gan­ge­nen Wochen­ende beim 0:3 in Dres­den auf gan­zer Linie und sackte auf einen Abstiegs­platz. Den­noch war es in ers­ter Linie gar nicht die sport­li­che Situa­tion, die Falko Götz letzt­lich zum Ver­häng­nis wurde.

Nach Infor­ma­tio­nen der Kie­ler Nach­rich­ten gab es große Dif­fe­ren­zen zwi­schen dem Star‐​Trainer und der Mann­schaft. Mit meh­re­ren Spie­lern ver­scherzte es sich Falko Götz in den ver­gan­ge­nen Mona­ten. Zuletzt demon­tierte er Ersatz­kee­per Simon Hen­z­ler, als er ihn nach dem Aus­fall von Stamm­tor­wart Michael Frech auch in Dres­den wei­ter­hin auf der Bank und statt­des­sen die „Num­mer 3“, Ivan Belyaev, auf­lau­fen ließ. Laut den Kie­ler Nach­rich­ten infor­mierte die Mann­schaft am Diens­tag Prä­si­dium und Ver­wal­tungs­rat über das Zer­würf­nis mit dem Übungsleiter.

Obwohl der Ver­ein sich über die genauen Gründe der Tren­nung am Don­ners­tag­mit­tag auf einer Pres­se­kon­fe­renz in Schwei­gen hüllte, so steht seit Mitt­woch­abend fest: Falko Götz ist nicht mehr Trai­ner von Hol­stein Kiel. Ein rie­si­ges Pres­se­auf­ge­bot – mehr Jour­na­lis­ten als bei der Vor­stel­lung des Trai­nings­lei­ters im ver­gan­ge­nen Dezem­ber waren anwe­send – bekam auf die wich­tigs­ten Fra­gen keine Ant­wor­ten auf­ge­tischt. KSV‐​Präsident Roland Reime betonte stets, dass sich Auf­sichts­rat und Prä­si­dium nach „inten­si­ven Gesprä­chen“ schwe­ren Her­zens dazu ent­schie­den, Falko Götz freizustellen.

Es war eine für alle Betei­lig­ten über­ra­schende Ent­wick­lung. Aber die Ent­las­sung war lei­der erfor­der­lich. Den­noch hat dies alles kei­nen Ein­fluss auf unsere damals ver­kün­de­ten Ziele. Wir stre­ben wei­ter­hin den Ver­bleib in der 3. Liga an und pla­nen zu gege­be­ner Zeit den Auf­stieg in die 2. Bun­des­liga. Die wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen sind gesi­chert, daher ist die­ses Pro­jekt in kei­ner Weise gefährdet.“

Die Ent­schei­dung, Falko Götz im Dezem­ber 2008 für den frisch geba­cke­nen Herbstmeister‐​Trainer Peter Voll­mann zu holen, sei den­noch rich­tig gewe­sen, die Leis­tung des ehe­ma­li­gen Bundesliga‐​Coaches in den ver­gan­ge­nen Mona­ten sei nicht zu unter­schät­zen. Die oberste Auf­gabe müsse nun aber darin lie­gen, den Blick nach vorne zu rich­ten und wie­der Ruhe in den Ver­ein zu bringen.

Inte­rims­trai­ner Tors­ten Fröhling

Auch Inte­rims­trai­ner Tors­ten Fröh­ling, als U23‐​Coach mit der Mannscha­ft bereits ver­traut, war am Don­ners­tag­mit­tag im „Hol­stei­ner“ anwe­send. Er wird beim wich­ti­gen nächs­ten Heim­spiel am kom­men­den Sams­tag gegen Mit­auf­stei­ger Hei­den­heim auf der Bank Platz neh­men. Unter­stüt­zung bekommt Fröh­ling von den eins­ti­gen Götz‐​Helfern Andreas Thom und Klaus Thom­forde. Viel umstel­len könne er in den 48 Stun­den bis zum Anpfiff aller­dings nicht, betonte der neue Übungsleiter:

Ich werde nach­her zum Trai­ning fah­ren, mich mit den ein­zel­nen Spie­lern unter­hal­ten und ana­ly­sie­ren, wie die Jungs psy­chisch drauf sind. Obers­tes Ziel ist es, wie­der Spaß, Ruhe und Freude rein­zu­brin­gen. Denn wenn man ver­liert, hat kei­ner groß Spaß.“

Wie lange Tors­ten Fröh­ling das Zep­ter bei der 1. Mann­schaft schwin­gen darf und ob aus dem Interims‐​Trainer bei­zei­ten der feste Coach der KSV Hol­stein würde, hinge kei­nes­wegs damit zusam­men, wie sich Falko Götz und der Ver­ein auf eine Auf­lö­sung des Ver­trags und eine Abfin­dung eini­gen kön­nen. Roland Reime betrach­tet beide Bau­stel­len bei Hol­stein getrennt, wohl­wis­send aber, dass eine Abfin­dung im gar mög­li­chen sie­ben­stel­li­gen Bereich „eine wirt­schaft­li­che Frage von durch­aus nicht klei­ner Bedeu­tung“ beinhaltet.

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Sascha Krokowski Sascha Krokowski

Handball‐​Fan :: Musik­freak :: Zweck­pes­si­mist :: stil­ler Bes­ser­wis­ser :: chro­nisch pleite :: über­zeugt von der Echt‐​Reunion 2010 :: Rivella‐​süchtig

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