// Kultur

Montag, 31. Mai 2010

Fördeflüsterer-Interview

Henry Krasemann im Portrait

Henry Krasemann im Interview mit Franziska van Almsiek bei der Kieler Woche-Eröffnung 2009.
Henry Krasemann im Interview mit Franziska van Almsiek bei der Kieler Woche-Eröffnung 2009.

Der För­de­flüs­te­rer prä­sen­tiert am Mon­tag, dem 31. Mai um 20:30 Uhr im Studio‐​Filmtheater die Lesung von Henry Krase­manns Roman „Got­tes Sohn, Teil 1″ und pro­du­ziert bereits seit 2009 gemein­sam mit dem umtrie­bi­gen Juris­ten die Wochen­end­aus­gabe des „Kiel­Pod“. Grund genug, den Autor näher vorzustellen.

­För­de­flüs­te­rer: Sie sind kein gebür­ti­ger Kie­ler. Wie kommt es, dass Kiel in Ihren Akti­viä­ten solch einen hohen Stel­len­wert hat?

Henry Krase­mann: Gebo­ren bin ich zwar in Wil­helms­ha­ven, doch schon mei­nen drit­ten Geburts­tag konnte ich in Hei­ken­dorf fei­ern (las­sen). 35 Jahre seit dem sind eine gute Zeit, um sich nicht nur an Kiel zu gewöh­nen, son­dern diese Stadt sogar rich­tig gern zu haben.

Warum Kiel? Weil Kiel die schönste Stadt der Welt ist. Genau die rich­tige Größe, um alles von zahl­rei­chen Thea­tern, Medi­en­dom, Dis­cos, Knei­pen, Geschäf­ten bis Hoch­schu­len etc. am Ort zu haben und not­falls über­all noch zu Fuß hin­zu­kom­men – mit Annehm­lich­kei­ten wie Strand, Meer und Kreuz­fahrt­schif­fen, was sonst nur Feri­en­re­gio­nen zu bie­ten haben. Und mit Men­schen, die viel­leicht nicht sofort jeder­manns (Facebook‐​) Freund wer­den, die aber ein­fach ent­spannt sind und wenn es passt, zu ech­ten Freun­den wer­den können.

Das Logo des Kie­ler Podcasts.
FöF­lü: Sie sind sehr aktiv in den Berei­chen Recht, Spiel, Kino, Sport und vor allem Kiel. Sind das alles Ihre privaten/​beruflichen Inter­es­sen? Oder gibt es noch geheime Lei­den­schaf­ten, die noch nicht ver­öf­fent­licht wurden?

Henry Krase­mann: Natür­lich gibt es auch geheime Lei­den­schaf­ten. Lei­der kann ich hier nicht davon erzäh­len, weil sie dann ja keine gehei­men Lei­den­schaf­ten mehr wären. Ich bin Rechts­an­walt und Jurist beim Unab­hän­gi­gen Lan­des­zen­trum für Daten­schutz Schleswig‐​Holstein, so dass vor allem das Land Schleswig‐​Holstein zur­zeit für mei­nen Lebens­un­ter­halt auf­kommt. Dass ich Jura, Gesell­schafts­spiele und Kino öffent­lich in Form von Pod­casts und einem PDF‐​Spielemagazin (Maga­zin Gele­gen­heits­spie­ler) „aus­lebe“ hat damit zu tun, dass ich einen gro­ßen Spaß an (Hobby‐​) Jour­na­lis­mus hege und pflege. Das geht schon auf meine Stu­den­ten­zeit zurück, als ich für das Maga­zin fOLIUM an der CAU geschrie­ben habe, das es heute lei­der nicht mehr gibt. Immer­hin konnte ich mei­nen dama­li­gen Künst­ler­na­men CAU‐​lius für den Kiel­Pod und meine Kolum­men in INKIEL (Bei­lage der KN) rüberretten.

Auch wenn einige Zeit in die Pod­casts und das Maga­zin flie­ßen, so sind es doch pri­vate Inter­es­sen, die auch eher was kos­ten, als dass sie irgend­wel­che Ein­nah­men brin­gen wür­den – außer natür­lich der Gewinn an Spaß, wenn man die Gewiss­heit hat, da mit Freun­den etwas Gutes auf die Beine gestellt zu haben.

För­de­flüs­te­rer: Wie sind Sie dazu gekom­men, sich selbst im Inter­net zu ver­öf­fent­li­chen? ­Wie waren die ers­ten Schritte, gab es erst eine Web­seite, ein Blog, oder­ gleich den PodCast?

Henry Krase­mann: Ich habe schon 1986 mei­nen ers­ten Akkus­tik­kopp­ler gekauft und eine kleine Mail­box betrie­ben. Und da man dazu damals noch über eine Tele­fon­lei­tung erreich­bar sein musste, war diese pro Tag nur eine Stunde online (schließ­lich war es der Haus­an­schluss und meine Eltern woll­ten auch mal erreich­bar sein). Hinzu kam, dass echte Modems teuer bzw. nur schwer zu bekom­men waren und ich des­halb bei jedem Anruf eines Nut­zers sel­ber den Hörer abneh­men musste. Das habe ich kurze Zeit spä­ter dann indus­tria­li­siert, indem ich einen Ham­mer auf die Gabel gelegt habe, den ich bei einem Anruf nur run­ter­neh­men musste…

Ich war dann etwas aktiv bei der damals noch Rais­dor­fer Mail­box „Top­point“, die dann auch den ers­ten Kon­takt zum pri­va­ten Inter­net ermög­lichte. Ende der 90er Jahre habe ich mit dem Betrieb eini­ger Web­sei­ten zu allen mög­li­chen The­men expe­ri­men­tiert und seit 2005 gibt es mit dem Jura­funk den ers­ten Pod­cast von mir. Rich­tig inten­siv wurde das dann mit dem Kiel­Pod seit Juni 2007, der es inzwi­schen immer­hin auf 725 Fol­gen bringt. Das Maga­zin Gele­gen­heits­spie­ler fei­ert die­ses Jahr auch sein 5‐​jähriges und war mal als Maga­zin für die Sony‐​Konsole PSP gedacht. Da sich das Lesen von Maga­zi­nen hier­auf nie durch­ge­setzt hat, wurde es ein PDF‐​Magazin. Aber jetzt ist ja das iPad da und damit wird alles bes­ser und wir machen aus 5.000 Lesern 500.000…

Im zwei­ten Teil die­ses Inter­views geht es um Henry Krase­mann als Buch­au­tor und die Auf­re­gung vor sei­ner Lesung am Mon­tag, dem 31. Mai im Kie­ler Stu­dio Film­thea­ter am Dreiecksplatz.

Henry Krase­mann im Internet

… und diverse Dinge mehr!

Termin

Über den Autor

Daniela Sonders Daniela Sonders

Suchte 2008 nach kiel4kiel und fand den För­de­flüs­te­rer. Wollte eigent­lich nur hier und da mal ne Kino­kri­tik schrei­ben und ver­sucht jetzt, die­sen herr­lich wuse­li­gen Laden in Schach zu hal­ten. Das hat sie nun davon. Inter­es­sen: Poli­tik, Medien, Bür­ger­rechte, Filme, Kochen und alles rund um Kiel.

facebook

 

Werbung