// Bühne

Dienstag, 09. November 2010

Thespis

Grandioser Start

Thespis 7. Internationales Monodrama Festival
Thespis 7. Internationales Monodrama Festival

Mit „The Event“ von John Clancy und gespielt von David Cal­vitto wurde das 7. inter­na­tio­nale Mono­drama Fes­ti­val mehr als groß­ar­tig eröff­net. Zur Eröff­nung lob­ten Stadt­prä­si­den­tin Cathy Kiet­zer, Kul­tus­mi­nis­ter Ekke­hard Klug und Gene­ral­in­ten­dant Daniel Kara­sek das Enga­ge­ment der Macher des Fes­ti­vals und die Aus­wahl des Pro­gramms für diese Woche. Und die­ses Pro­gramm hat es in sich, schon drei Stü­cke sind bereits aus­ver­kauft. Am Mitt­woch, dem 10.11.2010, geht es mit „Mr. C“, einem Klon, im Lite­ra­tur­haus um 16 Uhr, „Lulú“, ein emo­tio­na­les Stück über eine ein­same Frau in der Pumpe um 19 Uhr und dem bereits aus­ver­kauf­ten Stück „Moham­med is biking“ auf der Stu­dio­bühne im Schau­spiel­haus um 20:30 Uhr weiter.

Sel­ten ist die Bühne im Schau­spiel­haus so leer wie heute. Heute muss sie auch leer sein, denn nur ein Schau­spie­ler wird uns das „Event“ näher brin­gen. David Cal­vitto steht in der Mitte eines Spot­licht­ke­gels und beginnt die Betrach­tung über das, was gerade im Schau­spiel­haus pas­siert. Er, „The Man“ auf der Bühne und wir, „the stran­gers in the dark“, die Zuschauer, seien eine Ein­heit, gebun­den an Regeln und Kon­ven­tio­nen. Dabei spielt er „the man“ und bricht diese Figur immer wie­der durch kleine Meta­be­trach­tun­gen der Ereig­nisse, die gerade pas­sie­ren. Diese Betrach­tun­gen sor­gen immer wie­der für Lacher und sogar Zwi­schen­ap­plaus durch das begeis­terte Publi­kum. Aber schnell stellt sich die Frage: Waren diese Lacher geplant? Sind sie vom Skript vorgesehen?

The Event“ – Foto: Thes­pis Festival
Das Stück wird immer phi­lo­so­phi­scher und fes­seln­der. Denn Cal­vitto gewährt intime Ein­bli­cke in die Seele und die Arbeit eines Schau­spie­lers, auch wenn er immer wie­der betont, dass diese Betrach­tun­gen streng nach Skript seien. Seine Ana­lyse umfasst nicht nur das Thea­ter, in dem sich alle befin­den, son­dern auch die Welt, die sich trotz­dem immer wei­ter drehe, egal was gerade in die­sem Raum pas­siere. Er macht allen klar, dass wir alle nur Rol­len spie­len wür­den und bringt seine These auf den Punkt: „Just us making things up for eacho­ther?“ ([sind da] nur wir, die sich Dinge für uns alle aus­den­ken?). Diese Frage wird vom Stück nicht auf­ge­löst. Das muss sie auch nicht, denn wir alle haben die Wahl, die Frei­heit das zu tun, was immer wir möch­ten, so Cal­vitto in „The Event“, es sei denn, wir müss­ten uns, wie er, an ein Skript halten.

Was kommt als nächstes?

Minu­ten­lan­ger fre­ne­ti­scher Applaus zei­gen, dass die­ses erste Stück im Thes­pis Fes­ti­val dem Publi­kum sehr gefal­len hat. In den nächs­ten Tagen wird das Pro­gramm wei­tere High­lights der Ein‐​Personen‐​Stücke auf die Büh­nen in Kiel brin­gen. Fes­ti­val­dra­ma­turg Jens Raschke freut sich dar­über, dass die Stü­cke „Moham­med is biking“, „Das kunst­sei­dene Mäd­chen“ und „Die Reise nach Bue­nos Aires“ bereits aus­ver­kauft sind, aber alle ande­ren Stü­cke eben­falls sehr gut seien. Beson­ders „Der Schnei­der von Inver­ness“ (Sonn­tag, 14.11.2010), ein Stück über einen pol­ni­schen Aus­wan­de­rer in den schwe­ren Zei­ten des 20. Jahr­hun­derts und „Ode an die Liebe“(Freitag, 12.11.2010), „das rockt“, so Raschke, seien Stü­cke, die gese­hen wer­den müssten.

Über den Autor

Christoph Krenz Christoph Krenz

Foto­graf – Reporter

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