Dienstag, 09. August 2011
Buch-RezensionWas als gemütlicher Theaterabend in Kiels Wasserturm beginnt, wird schon bald zu einer Schreckensnacht für alle Beteiligten. Mitten im Geschehen befindet sich Helge Stuhr mit seiner attraktiven neuen Freundin Jenny Muschelfang. Doch anstatt ihm mit ihren guten Kontakten zu ihrer ehemaligen Theatergruppe zu helfen, hält Jenny eher zu ihren hamburger Schauspielerkollegen. Deshalb setzt Stuhr einmal mehr seinen altbewährten Freund Olli auf die hamburger Szene an, der dort schneller und weiter, als ihm lieb sein sollte, vordringen kann. Denn neben Kostümen und Requisiten befinden sich hinter den Kulissen auch nicht uninteressante Mengen illegaler Drogen. Aber nicht nur diese Spur, sondern auch eine alte Bekannte Stuhrs, lenken die Aufmerksamkeit auf die eigentlich friedliche Urlaubsinsel Föhr, wo die Situation zu eskalieren scheint. Bei der Lösung des kniffeligen Falls verheddert sich Stuhr nicht nur in seinen privaten Verhältnissen, auch politische Interessen und die Berichterstattung einer vielleicht etwas übermotivierten Redakteurin legen den polizeilichen Ermittlungen Steine in den Weg.
Neben der unterhaltsamen Kriminalgeschichte lebt der Roman, der im Juli 2011 im Gmeiner‐Verlag erschienen ist, vor allem von den liebevollen Beschreibungen des Kieler Stadt– und Fördelebens. Egal, ob es um den schön beleuchteten alten Wasserturm oder die herrlich gelegene Seebar geht, der Kieler Autor und Fotograf Kurt Geisler erweist sich nicht nur als Freund schöner Bilder, sondern auch als Fan seiner Heimatstadt und ihrer Umgebung. Da stört es auch nicht weiter, wenn die Sprache teilweise etwas zu gewollt lässig herüberkommt. Eine gelungene Mischung aus Tatort und Beziehungskiste, nur eben zum Lesen!Am Dienstag, den 20. September stellt Kurt Geisler seinen neuen Roman „Friesenschnee“ in Kiel vor.