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Sonntag, 08. August 2010

Fußball

Erfolgreicher Saisonstart

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Am Sonn­tag, den 8. August, bestrit­ten die Stör­che ihr Auf­takt­spiel in der Regio­nal­liga Nord. In einer span­nen­den Par­tie bezwan­gen die Kie­ler Ham­burgs Ama­teur­mann­schaft knapp mit 2:1.

Frühe Füh­rung

Nach einem aus­ge­gli­che­nen Beginn erar­bei­tete sich die KSV ein leich­tes Chan­cen­plus. Ham­burg stand sicher und machte die Räume eng, so dass es für die Gäste nur zwei pro­bate Mit­tel geben konnte: schnelle direkte Pässe in die Spit­zen oder Stan­dard­si­tua­tio­nen. Bereits der zweite Frei­stoß führte zum Erfolg für die Kie­ler. Chris­tian Jür­gen­sen schlug den Ball vor das geg­ne­ri­sche Tor. Francky Sem­bolo war im anschlie­ßen­den Getüm­mel am schnells­ten und drückte nach 18 Minu­ten das Leder über die Linie.

Wei­tere Chan­cen für Kiel

Das schnelle Tor gab Hol­stein die nötige Sicher­heit, um die Han­sea­ten am Spiel­auf­bau zu hin­dern. Kam der Geg­ner den­noch durch Eck­stöße zu Mög­lich­kei­ten, waren die Ver­tei­di­ger und ins­be­son­dere Schluss­mann Michael Frech zur Stelle. Durch Groß­chan­cen von Sem­bolo in der 29. und von Sofien Cha­hed in der 45. Minute hät­ten die Kie­ler das Spiel ihrer­seits früh­zei­tig ent­schei­den müs­sen. Aber Sem­bolo ver­gab unge­hin­dert einen Kopf­ball aus gerin­ger Tor­dis­tanz, und Neu­zu­gang Cha­hed bewies kurz vor dem Pau­sen­pfiff Ner­ven, als er allein auf Tom Mickel zulief.

Der Rück­schlag

Der Aus­gleich fiel nach einem Kon­ter. Es war die 47. Spiel­mi­nute, als die Ham­bur­ger nach einer miss­lun­ge­nen Flanke von Cha­hed in Ball­be­sitz kamen und einen Tem­po­ge­gen­stoß ein­lei­te­ten. Sören Ber­tram nutzte den freien Raum und zog aus 15 Metern ab. Wäre der Ball nicht unglück­lich abge­fälscht wor­den, Michael Frech hätte sich für die rich­tige Ecke ent­schie­den. So fiel aller­dings der Ausgleichstreffer.

Mit offe­nem Visier in die Schlussminuten

Erfolg­rei­che Pre­miere für Thors­ten Gutzeit.

Nun waren die Kie­ler schlag­ar­tig auf­ge­wacht. Das Spiel war wie­der aus­ge­gli­chen, und die Ham­bur­ger, die nun Betriebs­tem­pe­ra­tur erreicht hat­ten, woll­ten vor hei­mi­scher Kulisse einen Sieg. Es ent­wi­ckelte sich ein span­nen­der Schlag­ab­tausch. Die Ham­bur­ger ver­such­ten es zwi­schen der 78. und 80. Minute mit drei auf­ein­an­der fol­gen­den Eck­bäl­len, die von der Kie­ler Defen­sive müh­sam abge­wehrt wer­den konn­ten. Die 82. Minute sorgte für Auf­re­gung bei Hol­stein, als Schieds­rich­ter Andre Wen­zel ein Tor von Fiete Sykora zu Recht wegen Abseits nicht aner­kannte. Über den Gesprächs­be­darf des Kie­lers zeigte sich der Unpar­tei­ische wenig erfreut und zog die gelbe Karte. Drei Minu­ten spä­ter hat­ten die Han­sea­ten ihre letzte Chance, als eine Parade von Frech bei Ger­rit Pres­sel lan­dete. Glück für Kiel, dass die­ser das leere Tor ver­fehlte. Damit hätte die Par­tie wie so viele in der ver­gan­ge­nen Sai­son enden kön­nen: Hol­stein ver­gibt eine Füh­rung und beklagt den anschlie­ßen­den Punkt­ver­lust. Doch dies­mal kam es anders. In der 89. Minute behielt Sykora die Über­sicht, als ein Kopf­ball des Ham­bur­gers Besic vor sei­nen Füßen lan­dete. Anstatt drauf­zu­hal­ten, schoss er plat­ziert ins linke Eck.

Nach dem Spiel

Wäh­rend HSV‐​Trainer Rodolfo Este­ban Car­d­oso den spä­ten Gegen­tref­fer beklagte, zeigte sich Kiels Coach Thors­ten Gut­zeit erfreut über die Leis­tung sei­ner Mannschaft:

Ich freue mich rie­sig, dass wir mit einem Dreier in die Sai­son gestar­tet sind. Die Füh­rung zur Halb­zeit war ver­dient, wir haben lei­der das zweite Tor vor der Pause ver­passt. Wie es dann so ist, der HSV traf direkt nach dem Wie­der­an­pfiff und hatte sogar Chan­cen zur Füh­rung. Doch Michael Frech hat heute alles gehal­ten, was ein Tor­wart nur hal­ten kann. Und wer trotz bes­ter Chan­cen nicht trifft, so wie die Ham­bur­ger heute im zwei­ten Durch­gang, der wird bestraft. Lie­ber glück­lich gewin­nen als unglück­lich verlieren.“

Die Mann­schaft hat eine anspre­chende Leis­tung gezeigt: Der Kampf­geist war ebenso vor­han­den wie der Wille, bis zur letz­ten Minute zu kämp­fen und in wich­ti­gen Situa­tio­nen die Über­sicht zu behal­ten. Aber die Chan­cen­ver­wer­tung bedarf noch der Ver­bes­se­rung. Es mag als Glück erschei­nen, dass der Sieg knapp aus­ge­fal­len ist und erar­bei­tet wer­den musste. So wer­den die Ziel­vor­ga­ben nicht bereits nach dem ers­ten Spiel­tag kor­ri­giert. Am Sams­tag, den 21. August, folgt die Heim­pre­miere gegen den SV Wil­helms­ha­ven. Anpfiff ist um 14 Uhr im Holsteinstadion.

Spiel­sta­tis­tik

  • Ham­bur­ger SV II – Hol­stein Kiel 1:2 (0:1)
  • Ham­bur­ger SV II: Mickel – Brüg­mann, Leschin­ski (34, Nyarko), Besic, Dett­mann, Groß, Lam (46. Kel­bel), Ber­tram, Ofosu – Ben‐​Hatira (75. Nagy) – Kazior
  • Hol­stein Kiel: Frech – Jaku­bow­ski, Mül­ler, Schulz, Jür­gen­sen – Sachs, Fischer, Yaz­gan, Zieh­mer (65. Pog­gen­berg) – Cha­hed (73. Sykora) – Sem­bolo (59. Heider)
  • Tore: 0:1 Sem­bolo (18.), 1:1 Ber­tram (47.), 1:2 Sykora (89.)
  • Schieds­rich­ter: Andre Wen­zel (Gnarrenburg)
  • Zuschauer: 1053

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Über den Autor

Arne Klahn Arne Klahn

Gebür­ti­ger Kie­ler, Herbst­kind, wind– und wet­ter­fest, durch und durch nord­deutsch. – Mag Lite­ra­tur, Film, Musik & Badminton.

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