Sonntag, 18. Juli 2010
Rocker-KriegUngeachtet des medienwirksam inszenierten bundesweiten Friedens zwischen „Hells Angels“ und „Bandidos“ und eines Vereinsverbots des „Hells Angels MC Charter Flensburg“ wie des „Bandidos MC Probationary Chapter Neumünster“ arbeiten die Ermittlungsbehörden im Land weiter an der strafrechtlichen Aufarbeitung und der Verfolgung zahlreicher Straftaten der vergangenen Monate und Jahre, die sich aus den blutigen Konflikten der Rocker untereinander ergeben hatten.
Während vor dem Landgericht Flensburg die Anklage gegen den ehemaligen Präsidenten der örtlichen Höllenengel Stefan R. wegen versuchten Totschlags zum Nachteil eines „Bandido“-Mitglieds verhandelt wird und bevor im Herbst Prozesse wegen weiterer blutiger Auseinandersetzungen der ehemals verfeindeten Gruppierungen vor dem Landgericht Kiel beginnen werden, ließ die Staatsanwaltschaft Kiel in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt am Freitagabend Durchsuchungsbefehle gegen mutmaßliche Unterstützer der Hells Angels in Kiel vollstrecken.
Anlass waren Ermittlungen wegen der am 20.01.2010 erfolgten Schüsse auf eine den Mitgliedern des Bandidos MC zuzurechnende Motorradwerkstatt in Preetz. Zwei 28 und 30 Jahre alte Männer waren damals vorläufig festgenommen worden und hatten den Waffeneinsatz, bei dem niemand verletzt wurde, gegenüber den Ermittlern der Sonderkommission „Rocker“ des LKA eingeräumt. Die Tatverdächtigen, in deren Fahrzeug auch die Tatwaffe sichergestellt worden war, konnten als Mitglieder der „Legion 81″, einer Support‐Organisation der „Hells Angels“ identifiziert werden.
Um weitere Beweismittel zu der Tat aufzufinden durchsuchte daher ein Großaufgebot der Polizei mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften zwei Wohnungen und einen Treffpunkt der „Legion 81″ im Bereich Ringstraße/Papenkamp. Zehn anwesende Personen wurden erkennungsdienstlich behandelt und zahlreiche Gegenstände beschlagnahmt.