Samstag, 20. Februar 2010
Erster Kieler Science Slam war ein kurzes Vergnügen
Im Roten Salon der Pumpe waren alle Stühle besetzt und auch auf dem Boden war es schwierig, noch einen Platz zu finden. Nach unzähligen Poetry Slams schien es an der Zeit für etwas Neues zu sein: Anstatt selbstgeschriebene Lyrik vorzulesen, ging es nun darum, Diplom– oder Magisterarbeiten oder aber Dissertationen möglichst humorvoll vorzutragen.
Für diesen Abend hatten sich drei Slammer gefunden (der „Mann mit den Windrädern“ wollte trotz Anmeldung partout nicht auftauchen), die den Kampf um ein Jahresabo der GEO aufnehmen wollten: Biologe Ulf, Politologin Gabriele und der ehemalige Dozent für Werkstofftechnik Dieter lieferten sich den Schlagabtausch. Zehn Minuten hatten sie jeweils Zeit, das Publikum für sich zu gewinnen, drei Minuten Zuschlag gab es, wenn die Zeit nicht reichte. Die Jury, sieben Kleingruppen aus dem Publikum, vergaben die Punkte – die Skala reichte dabei von eins bis zehn.
Jeder der Slammer lieferte dabei eine unterschiedliche Show: Ulf, verkleidet als Jean Pütz, untermalte seinen Vortrag mit witzigen Zeichnungen auf einer Power‐Point‐Präsentation, Dieter kramte Folien für den Tageslichtprojektor hervor, auf denen er die Ineffizienz der deutschen Sprache unter Beweis stellte, Gabriele verzichtete auf technischen Schnickschnack.
Auf stolze 64 Punkte brachte es Dieter Kohtz schließlich, der sich seit Dezember auf den Slam vorbereitet hatte. „Ich hatte Schiss vor heute Abend“, erzählt er, „auch wenn ich ganz zuversichtlich war.“ Er freute sich über das Jahresabo; die Zuschauer hoffen derweil auf den nächsten Science Slam, der gern ein wenig länger dauern darf.