Mittwoch, 08. September 2010
Nuhr die Ruhe„Nuhr die Ruhe“ ist nicht nur der Titel seines aktuellen Programms sondern es ist die eigentliche Botschaft die er seinem Publikum zu vermitteln versucht. Egal ob Binnenkonjunktur, die Rechenkünste von Bankern oder vergangene und aktuelle Krisen – nachdenklich, ironisch und in einer bemerkenswerten Gelassenheit philosophiert er über die aktuellen Themen.
Nuhr ist für Comedy nicht blöd genug und fürs Kabarett zu lustig. Seine Programme stehen unter Sinnverdacht und konnten Vorwürfe der Intelligenz nie widerlegen. Er ist ein Grenzgänger in Sonderstellung. Und der Träger des IQ‐Preises belegt auch mit seinem neuen Programm, dass sich Geist und Witz nicht ausschließen.
Nuhr setzt der real existierenden Freudlosigkeit unserer Kulturschaffenden eine neue Form der Kunst entgegen: die tiefsinnige Weltbetrachtung, die den Heulsusen dieser Welt vorhält, dass es ein Leben vor dem Tod gibt. Nuhr hält Lebensfreude für eine Bürgerpflicht, wenn man das große Glück hat, in einer Hochkultur wie der unseren aufzuwachsen. Schließlich leben wir in einem Land, das alles bietet, was man braucht, um dem Tod ein paar Jahrzehnte lang die Stirn zu bieten: Freiheit, Kunst und Schmerzmittel. Wenn Popkultur der Gegenpol zum kulturellen Negativismus ist, dann ist Nuhr ein Popstar erster Güte – und ein großer Künstler dazu!
Nuhrs Erfolgsrezept: Es wird weder rumgeheult, noch werden die üblichen Standpunkte dahergebetet. Nuhr verspritzt keinen Geifer, nervt nicht mit dümmlichen Heilungsversprechen, Glücksgarantien oder depressivem Genörgel. Und er verzichtet auf ideologische Zurechtweisungen. Bei ihm gibt es nicht mehr und nicht weniger als zwei Stunden verquere Gedanken zur Zeit, die alles in Frage stellen und trotzdem Spaß machen – hochintelligent und saukomisch.
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