Samstag, 14. August 2010
BarCamp KielDer Breitbandbedarf steigt von Jahr zu Jahr um 50 Prozent. Der mittlere Breitbandbedarf liegt momentan bei 16 Megabit. Dieser ist jedoch noch lange nicht für jeden Haushalt und jedes Büro im lokalen Raum erreicht. Um einen starken Wirtschafts– und damit auch Wohnstandort Kiel zu schaffen, ist der Ausbau dieser Infrastruktur auch für die Landesregierung von großem Interesse, denn der Wert von Immobilien sinkt, wenn keine angemessene Anbindung ans Netz vorhanden ist. Das schafft Standortnachteile, da sich das Interesse für derartige Objekte stark verringert.
Die aktuelle Technik kann das nicht leisten. Im Kieler Bereich teilen sich etwa 12 Mitbewerber den Markt für ADSL, der eine Bandbreite von 16 Megabit bereitstellen kann. Für VDSL „teilen“ sich die Telekom und 1&1 den Kieler Markt. Breitbandkabel bietet nur Kabel Deutschland an und kann 32 Megabit bewerben, doch die Anbindung in einem Knoten kann zu niedrigeren Leistungen führen.
In Kiel stehen 32 Hauptverteiler, die oft in der Nähe von alten Postfilialen angesiedelt sind. Den Restweg – auch „letzte Meile“ genannt – mieten die verschiedenen Anbieter von der Telekom, um die Kunden mit Internet zu versorgen. Je länger die Leitung der „letzten Meile“ ist, desto geringer ist die Bandbreite, die beim Kunden ankommt.
Im Interesse der Anbieter liegt also eine Lösung, die es ermöglicht, Glasfasernetze bis in die Wohnungen der Endkunden zu legen und darüber das Monopol der Leitungen in der eigenen Stadt für sich zu beanspruchen. Dann müssten andere Anbieter, die entsprechend schnellen Leitungen bei dem betreffenden Unternehmen anmieten. Ein weiterer Vorteil daran wäre, dass diese hohe Investition an Glasfaserkabeln, die für den lokalen Raum knapp 200 Millionen Euro betrüge, sich langfristig lohnen würde, weil darüber im Prinzip jede Bandbreite realisierbar wäre.
Nun mag man sich fragen, warum immer schnelleres Internet für die Verbraucher notwendig ist. Die Antwort liegt vor allem in der höheren Qualität der mittlerweile verteilten Daten im Internet. Wurden vor einiger Zeit die Dateigröße der Bilder, die wir verschickten immer größer, weil wir auf höhere Auflösungen Wert legen, zeichnen sich ebensolche Trends im Videobereich ab, man denke nur an die fortschreitenden 3D‐Filmtechnologien, die sich immer mehr durchsetzen und bald auch für die Heimverbraucher relevant werden. Ein weiteres Beispiel ist das Gaming im Internet, so gibt es schon Ansätze, dass es nicht mehr nötig sein wird, die gekauften Spiele auf dem heimischen Rechner zu installieren, sondern sich nur noch auf Hochleistungsservern einzuloggen und dort mit anderen Spielern aus aller Welt zocken zu können. All das frisst Bandbreite, die bereit gestellt werden muss.
In Ostasien und Skandinavien ist der Ausbau dieser neuen Technologien schon sehr weit fortgeschritten. Im europäischen Bereich liegt Deutschland eher im hinteren Drittel, was derartige Innovationen angeht. Derzeitig ist vor allem Kielnet ambitioniert, ebendiese Infrasturktur im Kieler Raum auszubauen. Würde man zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Ausbau beginnen, würde es etwa sechs Jahre dauern, bis das Großprojekt umgesetzt wäre.
Unter http://bit.ly/msJ4w kann man sich anschauen, wie der Breitbandausbau weltweit aussieht und wie Deutschland im Vergleich dasteht.
Montag, 16. August 2010, 17:29
Ja, der Bandbreitenbedarf wird weiter wachsen, so dass DSL schnell an die Grenzen stößt. Da bleibt nur VDSL von Telekom, 1&1 oder Vodafone oder das oben erwähnte Kabel Deutschland Breitband Angebot. Und laut dieser Meldung will Kabel Deutschland ja in Kiel sogar auf 100 Mbit aufrüsten und damit wieder vor VDSL liegen, was die maximale Bandbreite betrifft: http://www.kabel-internet-telefon.de/news/2623-kabel-deutschland-highspeed-internet-mit-100-mbit-bald-in-kiel – da stellt sich nur die Frage, wer nach Ablauf des Aktionspreises dauerhaft etwa 50 € für Internet ausgeben will…
Sonntag, 15. August 2010, 23:37