// Musik

Donnerstag, 09. September 2010

We Are Scientists

Barbara

We Are Scientists – Barbara
We Are Scientists – Barbara

Der Ofen schien schon fast aus zu sein, und man wollte die Asche von We Are Sci­en­tists schon auf den Pop­fel­dern der Musik­ge­schichte ver­streuen, in der Hoff­nung, dass Neues gedei­hen mag. Mit dem zwei­ten Album „With Love and Squalor“ schaff­ten es die New Yor­ker Her­ren vor fünf Jah­ren noch auf den Zug mit tanz­ba­ren Indie‐​PostPunk‐​Songs auf­zu­sprin­gen. Einige Hits hat­ten sie auch dabei, und man hatte ihnen eine län­gere Halt­bar­keits­zeit vor­aus gesagt.

Das hat man aber bei dem Nach­fol­ger „Brain Thrust Mas­tery“ revi­diert, und auf dem Cover sah man die bei­den Her­ren ver­ka­tert auf einem Rück­sitz sit­zen. Die Party schien vor­bei, und so klan­gen die Songs dann auch, die Refe­ren­zen waren dann auch eher Achtzigerjahre‐​Bands, die näher an Kajagoo­goo waren als an Wave– und PostPunk‐​Bands jener Zeit.

Wan­del musste her, damit die Asche nicht über den Fel­dern ver­weht. Und mit dem neuen Album „Barabara“ ist der Ofen auch nicht aus, auch wenn hier nicht so ein far­ben­fro­hes Feuer lodert wie vor fünf Jah­ren. Aber die Songs haben wie­der eine gewisse Grif­fig­keit und gehen ver­mehrt ins Ohr.

Der Opener „Rules Don´t Stop“ bleibt schon beim zwei­ten Hören im Hirn haf­ten, auch wenn die Melo­die ein wenig zu sim­pel erscheint. Ein­fach sind dies­mal eigent­lich alle Songs geschrie­ben, und sie zie­len wie­der mehr auf die Tanz­flä­che, wes­we­gen die Struk­tur so klar gestal­tet ist.

So hat man schnell seine Freude an dem sehr rhyth­mus­be­ton­ten „You Should Learn“ oder an „I Don´t Bite“. Die Gitar­ren­läufe sind immer schnell und das Schlag­zeug immer zackig gespielt, dazu wird dann auch mal gerne Oh‐​o‐​oh‐​o geträl­lert. Hits schrei­ben haben sie dann doch nicht ver­lernt, aber was ein wenig ver­lo­ren gegan­gen ist, ist der absurde und gerne abwe­gige Humor die­ses Trios, der sie damals so ein­zig­ar­tig gemacht hat und die Facet­ten des Feu­ers immer beson­ders betont hat.

Dafür hat das ehe­ma­lige Duo wie­der Zuwachs in Form von Schlag­zeu­ger Andy Bur­row bekom­men; die­ser hat sei­nen Job bei Razo­r­light an den Nagel gehängt, um jetzt bei We Are Sci­en­tists zu trom­meln. Die Bewirt­schaf­tung der Fel­der muss also noch ein wenig warten.

Erschie­nen bei: Mas­ters­wan Records /​PIAS

wea​re​sci​en​tists​.com

Video

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Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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