Mittwoch, 10. Februar 2010
LaBrassBanda spielen in der PumpeLaBrassBanda, 2007 gegründet, erspielte sich binnen kürzester Zeit mit ihren energiegeladenen Auftritten Kultstatus, von St.Pauli bis Moskau, von Siena bis London, auf Festivals unter anderem in Roskilde und Rudolstadt. Sie definieren den Pop nicht neu, sie machen ihn neu, weil sie ungeniert aus ihrem Blickwinkel spielen. Im letzten Jahr veröffentlichte die Band aus dem Chiemgau ihr Debüt‐Album „Habedieehre“. Flankiert wurde der Erstling durch Live‐Präsenz mit erstaunlicher Schlagzahl. Der Name ihres zweiten Albums lautet „Übersee“.
Trompeter Stefan Dettl, Tubist Hans Hofmeier, Posaunist Manu Winbeck und Schlagzeuger Manuel da Coll haben ihr Instrument im Jazz oder in der Klassik studiert, Bassist Olli spielte ursprünglich zwischen Techno und Electro. Aus den unterschiedlichen musikalischen Interessen und Biographien formt sich hier eine Band, die zwingend einen Pop‐Sound schafft, der sich nicht kleinlich vergleichen lassen will, sondern fröhlich zeigt, wie man den Dancefloor auf bayerisch anzündet.
Die Bühne ist da, wo LaBrassBanda sind, ob auf dem Roskilde Festival auf dem Chiemsee Reggae Summer, im Hamburger Golden Pudel Club oder auf einem Traktoranhänger bei ihrer Spontankonzert‐Fahrt zum EM‐Halbfinale nach Wien. Die Dominanz von Gitarren wurde beiseite gewischt und ersetzt durch Bläser, kombiniert mit Schlagzeug und E‐Bass. Und plötzlich war klar, dass auch bayerische Blasmusik im Kern natürlich den funky Groove einer Brasssection hat.
Ein LaBrassBanda‐Song ist ein Soundstatement für die Gegenwart und Zukunft – mit dem Bewusstsein für die Vergangenheit. Aber trotz des stürmischen Drangs nach vorne gibt es immer wieder Ruhemomente. Die nimmt sich die Band nicht nur auf der Bühne. Auch auf ihrem neuen Album darf der Beat atmen, im Dub versinken wie in „Ofree“ oder in „VW‐Jetta“, während im Hintergrund eine Kuhglocke trocken hallt, oder ganz zurückgelehnt den Klang betrachten – „NaNaNa“, „Deyda“ – wie eine Landschaft die sich auf dem Gipfel eines Berges vor einem ausbreitet.
Der Reiz der LaBrassBanda‐Kunst ist das Zusammenfließen des Widersprüchlichen. Die Clubnacht kann man genießen und sich alles geben, was den Körper zum Vibrieren bringt. Aber diese Band wird nicht zur Marionette einer Szene werden und nach deren Coolnessregeln funktionieren. Man darf das nicht als bayerische Sturschädeligkeit missverstehen, sondern kann es als natürliche Entwicklung von fünf Musikern betrachten, die sich ihren Sound zurechtgelegt haben, ohne den Marktvorgaben hinterher zu hecheln. Und das, das zeigt „Übersee“, kann ein gerader Weg zum Erfolg sein.
Beginn des Konzerts ist um 20 Uhr, Einlass um 19 Uhr.
Der Eintritt beträgt 18 Euro, zu bestellen zzgl. Gebühren unter 0431 – 91416 oder auf eventim und ticketmaster
Mehr Infos auf der Homepage von LaBrassBanda