// Szene

Mittwoch, 10. Februar 2010

LaBrassBanda spielen in der Pumpe

Balkan Beats auf Bayerisch

Die Instrumente sind überall dabei: LaBrassBanda aus Bayern sind im April zu Gast in der Pumpe.
Die Instrumente sind überall dabei: LaBrassBanda aus Bayern sind im April zu Gast in der Pumpe.

Fünf Jungs aus dem tiefs­ten Bay­ern zu Gast im hohen Nor­den: Wer neu­gie­rig ist auf eine explo­sive Mischung aus Trom­pete, Tuba und süd­deut­schem Dia­lekt, der sollte sich das Kon­zert der Band „LaBrass­Banda“ am 24. April in der Pumpe nicht ent­ge­hen lassen.

LaBrass­Banda, 2007 gegrün­det, erspielte sich bin­nen kür­zes­ter Zeit mit ihren ener­gie­ge­la­de­nen Auf­trit­ten Kult­sta­tus, von St.Pauli bis Mos­kau, von Siena bis Lon­don, auf Fes­ti­vals unter ande­rem in Ros­kilde und Rudol­stadt. Sie defi­nie­ren den Pop nicht neu, sie machen ihn neu, weil sie unge­niert aus ihrem Blick­win­kel spie­len. Im letz­ten Jahr ver­öf­fent­lichte die Band aus dem Chiem­gau ihr Debüt‐​Album „Habe­die­ehre“. Flan­kiert wurde der Erst­ling durch Live‐​Präsenz mit erstaun­li­cher Schlag­zahl. Der Name ihres zwei­ten Albums lau­tet „Übersee“.

Trom­pe­ter Ste­fan Dettl, Tubist Hans Hof­meier, Posau­nist Manu Win­beck und Schlag­zeu­ger Manuel da Coll haben ihr Instru­ment im Jazz oder in der Klas­sik stu­diert, Bas­sist Olli spielte ursprüng­lich zwi­schen Techno und Elec­tro. Aus den unter­schied­li­chen musi­ka­li­schen Inter­es­sen und Bio­gra­phien formt sich hier eine Band, die zwin­gend einen Pop‐​Sound schafft, der sich nicht klein­lich ver­glei­chen las­sen will, son­dern fröh­lich zeigt, wie man den Dance­floor auf baye­risch anzündet.

Die Bühne ist da, wo LaBrass­Banda sind, ob auf dem Ros­kilde Fes­ti­val auf dem Chiem­see Reg­gae Sum­mer, im Ham­bur­ger Gol­den Pudel Club oder auf einem Trak­tor­an­hän­ger bei ihrer Spontankonzert‐​Fahrt zum EM‐​Halbfinale nach Wien. Die Domi­nanz von Gitar­ren wurde bei­seite gewischt und ersetzt durch Blä­ser, kom­bi­niert mit Schlag­zeug und E‐​Bass. Und plötz­lich war klar, dass auch baye­ri­sche Blas­mu­sik im Kern natür­lich den funky Groove einer Brasssec­tion hat.

Ein LaBrassBanda‐​Song ist ein Sound­state­ment für die Gegen­wart und Zukunft – mit dem Bewusst­sein für die Ver­gan­gen­heit. Aber trotz des stür­mi­schen Drangs nach vorne gibt es immer wie­der Ruhe­mo­mente. Die nimmt sich die Band nicht nur auf der Bühne. Auch auf ihrem neuen Album darf der Beat atmen, im Dub ver­sin­ken wie in „Ofree“ oder in „VW‐​Jetta“, wäh­rend im Hin­ter­grund eine Kuh­glo­cke tro­cken hallt, oder ganz zurück­ge­lehnt den Klang betrach­ten – „NaNaNa“, „Deyda“ – wie eine Land­schaft die sich auf dem Gip­fel eines Ber­ges vor einem ausbreitet.

Der Reiz der LaBrassBanda‐​Kunst ist das Zusam­men­flie­ßen des Wider­sprüch­li­chen. Die Club­nacht kann man genie­ßen und sich alles geben, was den Kör­per zum Vibrie­ren bringt. Aber diese Band wird nicht zur Mario­nette einer Szene wer­den und nach deren Cool­ness­re­geln funk­tio­nie­ren. Man darf das nicht als baye­ri­sche Stur­schä­de­lig­keit miss­ver­ste­hen, son­dern kann es als natür­li­che Ent­wick­lung von fünf Musi­kern betrach­ten, die sich ihren Sound zurecht­ge­legt haben, ohne den Markt­vor­ga­ben hin­ter­her zu hecheln. Und das, das zeigt „Über­see“, kann ein gera­der Weg zum Erfolg sein.

Beginn des Kon­zerts ist um 20 Uhr, Ein­lass um 19 Uhr.

Der Ein­tritt beträgt 18 Euro, zu bestel­len zzgl. Gebüh­ren unter 0431 – 91416 oder auf even­tim und ticket­mas­ter

Mehr Infos auf der Home­page von LaBrassBanda


Über den Autor

Anna-Kathrin Gellner Anna-Kathrin Gellner

Anna stu­diert Neuere deut­sche Lite­ra­tur und mag – Über­ra­schung – Kul­tur im All­ge­mei­nen und Bücher im Beson­de­ren. Sie fin­det den För­de­flüs­te­rer super und freut sich, von nun an immer up to date zu sein.

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