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Dienstag, 11. Januar 2011

Absynthe Minded

Absynthe Minded

Absynthe Minded – Abynthe Minded
Absynthe Minded – Abynthe Minded

Man schätzt die Platte ein­fach falsch ein, denn mit dem Opener „Envoi“ begeg­net einem ein Song mit einem schnel­len Gitar­ren­lauf, um den sich ein gut tem­po­rier­tes Schlag­zeug schlän­geln und ein Gesang, der auf Pop gelenkt wird. Irgend­wie klingt es wie eine Mischung aus Pho­enix und dEUS, was man bei die­sem Song hört, wobei die Ecken und Kan­ten ziem­lich weg­ge­schmir­gelt wur­den, um die Ein­gän­gig­keit rauszuputzen.

Beim nächs­ten Song „Knows“ befin­det sich die bel­gi­sche Band dann bei eine Mischung aus Ben Har­per und viel­leicht auch Chris Rea ohne Kom­merz­ge­dan­ken im Hin­ter­kopf. „Acqui­red Taste“ ist dann eine Uptempo‐​Pianonummer, die wun­der­bar im Radio lau­fen könnte, und man merkt so lang­sam, dass man es schein­bar mit einem guten Mainstream‐​Album zu tun hat.

Doch zur Mitte des Albums, mit dem Song „Papil­lon“, ändert sich der Sound. Erst ist es ein ganz nor­ma­ler har­mo­ni­scher Song, in dem ein paar Ras­seln und ein Piano klim­pern, irgend­wann gesellt sich eine Geige hinzu, und dann erin­nert der Sound auf ein­mal an eine opti­mis­ti­sche Ver­sion der Tin­der­sticks ohne nasa­len Gesang.

Melan­cho­lie brei­tet sich bei „Be Alright“ aus, wo man dann doch zur obli­ga­to­ri­schen Rotwein‐​Pulle grei­fen möchte. Der Höhe­punkt des vier­ten Albums der Band aus Gent ist „Choice“, das mit hek­ti­schen Jazz‐​Arrangements die Grenze sicht­bar in Radiohead‐​Gefilde holt, um dann vor dem Ende noch einen Bombast‐​Tempel son­der­glei­chen zu bauen.

Zum Ende hin wird das Album wie­der gelas­sen und bie­tet mit „Don´t Go“ eine GypsyJazz‐​Nummer, die den­noch auch irgend­wie als Barjazz‐​Nummer funk­tio­niert. Also eine sehr breite Band­breite, die die1999 gegrün­dete fünf­köp­fige Band hier abliefert.

Wenn man die­ses schlicht „Abyn­the Min­ded“ beti­telte Album mehr­fach hört, schätzt man es nicht mehr als ein net­tes Pop‐​Album ein, son­dern ent­deckt feine und große Momente.

Erschie­nen bei: Ver­tigo /​Uni­ver­sal


www​.absyn​the​min​ded​.be

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Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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