// Musik

Montag, 31. August 2009

Mittageisen

1981 - 1986

Mittageisen - 1981 - 1986
Mittageisen - 1981 - 1986

Die Band Mit­tag­ei­sen ist fast schon aus dem musi­ka­li­schen Gedächt­nis ver­lo­ren gegan­gen, und man muss zuge­ben, dass das Wer­ken die­ser Schwei­zer Band auch schon lange zurück liegt. Die Gruppe wurde 1981 von Bruno W (die­ser hat in dem Alpen­staat zuvor schon die erste Platte des Swiss Labels pro­du­ziert) gegrün­det und war somit eine der ers­ten PostPunk‐​Bands in der Schweiz.

Viel­leicht sind Mit­tag­ei­sen auch eine der ers­ten deutsch­spra­chi­gen Bands gewe­sen, die sich die­sem düs­te­ren Sound ver­schrie­ben haben. Dabei gelang es der Band, auch inter­na­tio­nal Beach­tung zu fin­den, und das nicht nur, weil sie Bands wie Pro­pa­ganda, The Vyl­lies oder Lil­li­put auf Kon­zer­ten begleiteten.

Es hatte sicher­lich auch damit zu tun, dass ein Exem­plar der Sin­gle „Auto­ma­ten“ in die Hände von John Peel gelangte und die­ser diese mit Begeis­te­rung spielte. Denn abge­se­hen von der Spra­che klang die Musik von Mit­tag­ei­sen eben genau wie die gro­ßen Bands aus der Dekade.

Die Sounds waren düs­ter, trost­los und fast schon befremd­lich, die Drum­com­pu­ter gaben holp­rige aber sub­tile Rhyth­men aus. Der Bass spielte sich, wie bei die­ser Musik üblich, nach vorne, und die Gitar­ren waren teil­weise schnei­dend. Aber auch die Syn­t­hies hiel­ten sich mit fröh­li­chen Tönen zurück, dazu wur­den gerne mal Effekte eingesetzt.

So haben sie eine wirk­li­che Kälte erzeugt, die man spä­ter auf Indus­trial– und DarkWave‐​Platten hörte oder damals schon von Bands wie Scritti Politti, A Cer­tain Radio oder Joy Divi­sion kannte. Text­lich ging es dann auch um eher dunkle The­men und sogar um Betonsockel.

Jetzt hat dass Schwei­zer Label „Mital‐​U “ die­ser Band, die zu der akti­ven Zeit eigent­lich nur ein rich­ti­ges Album auf­ge­nom­men hat, ein Doppel‐​Digipack gewid­met. Dar­auf ent­hal­ten die Songs aus der Zeit 1981 – 1986.

Diese Auf­nah­men wur­den noch ein­mal auf einen moder­nen Klang gebracht und sind trotz­dem noch immer so roh und düs­ter wie mög­lich gehal­ten. Das wurde gemacht, um viel­leicht die Atmo­sphäre nicht durch kla­ren Klang zu ver­fäl­schen, was die­sen Songs auch gut getan hat.

Man merkt auch, dass diese Band damals schon auf der Höhe der Zeit war und auch heute in das noch nicht abge­klun­gene Revi­val pas­sen. Von daher ist der Zeit­punkt die­ser Zusam­men­stel­lung doch sehr pas­send. Wer also in sei­ner Musik­samm­lung mal mit etwas Exqui­si­tem auf­trump­fen will, der sollte bei die­ser Com­pi­la­tion von Mit­tag­ei­sen zugreifen.

Erschie­nen bei: Mital‐​U /​Mega­phon Importservice

www​.mital​-​u​.ch/​m​i​t​t​a​g​eisen

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

Kommentare


Du bist nicht eingeloggt. Der Fördeflüsterer würde sich freuen, wenn Du Dich anmeldest oder Dich registrierst.

facebook

 

Hosting

 

Werbung