// Musik

Sonntag, 13. März 2011

Grauzone

1980 -1982

Grauzone – 1980 -1982
Grauzone – 1980 -1982

Über die Band Grau­zone wis­sen die meis­ten nicht viel, und wenn, dann wird die Schwei­zer Band meist auf den Hit „Eis­bär“ redu­ziert und schnell in die alberne Neue‐​Deutsche‐​Welle‐​Kiste gesteckt. Dabei war die­ser Song eigent­lich das, was aus Eng­land in den spä­ten sieb­zi­ger Jah­ren kam, näm­lich New Wave mit gewis­sen elek­tro­ni­schen Klän­gen und kal­ter Rhythmik.

1979 hat sich diese Band gegrün­det, damals noch unter dem Namen XXX, was heut­zu­tage sicher­lich zur Ver­wir­rung mit The XX sor­gen könnte. Doch irgend­wie wollte der Name nicht so recht gefal­len, und so änderte man ihn in Grau­zone um. Zu die­sem Zeit­punkt kaufte man sich dann noch Syn­the­si­zer und expe­ri­men­tierte mit die­sen damals neuen Klangkästen.

Das erste Kon­zert fand im März 1980 statt, und von da an ging es eigent­lich sehr rasant voran. Man nahm die ers­ten Stü­cke wie „Blau­licht“, „Ani­mals“ oder ihre erste Sin­gle „Mos­kau“ auf. Damals sang und schrieb Mar­tin Eicher die Songs alleine, spä­ter unter­stützte sein Bru­der Ste­phan ihn. Kurz danach durf­ten sie Songs auf dem legen­dä­ren „Swiss Wave“-Sampler ver­öf­fent­li­chen, und dort war dann auch „Eis­bär“ das erste mal mit dabei; in der glei­chen Ses­sion ent­stand der Song „Raum“.

Die Reak­tion auf diese Zusam­men­stel­lung war so groß, dass man „Eis­bär“ als Sin­gle ver­öf­fent­lichte, was zu noch grö­ße­rem Inter­esse führte, so dass man sich ent­schloss, das schlicht „Grau­zone“ beti­telte Debüt auf­zu­neh­men. Dass die­ses auch ihr ein­zi­ges Album wurde, hatte man sicher­lich nicht vermutet.

Nun hat das kleine Schwei­zer Label Mital U die Musik von Grau­zone auf einer gelun­ge­nen Com­pi­la­tion auf­le­ben las­sen. Da ihre Kar­riere sich auf ein Album beschränkt, kann man sich schon wun­dern, dass die­ses Label es geschafft hat, die Geschichte auf zwei CDs auszuweiten.

Des­we­gen fin­det man hier fast alle Songs der Lang­spiel­platte (außer „Schlach­tet“, wel­ches auf Wunsch des Autors nicht dabei ist) und eini­ges an Bonus­ma­te­rial, wie die Maxi Ver­sion von „Wüten­des Glas“, die eng­li­sche Ver­sion ihres Rie­sen­hits oder die Live­ver­sion von „Plas­tik­herz“. Wenn man diese bei­den Sil­ber­linge sich anhört, bemerkt man, wie facet­ten­reich ihre Reper­toire ist.

Von nied­li­chem NDW‐​Wave wie „Mar­ma­lade und Him­bee­r­eis“ über wüten­den Post­punk „Ein Tanz mit dem Tod“ zur Electronica‐​Blaupause „Film 2“ bis zu ColdWave‐​Songs wie „Kunst­ge­werbe“ oder „Kälte Kriecht“.

Diese Songs fin­den sich auf die­ser Zusam­men­stel­lung mit dem ein­fa­chen Namen „1980 – 1982“, dazu aller­hand Bil­der und ande­ren Erin­ne­rungs­stü­cke und ein Vor­wort vom ehe­ma­li­gen Schlag­zeu­ger Marco Repetto. Das ein­zige, was einem hier ein wenig über­flüs­sig vor­kommt, ist das ein­falls­lose Cover. Aber damit kann man mehr als leben.

Erschie­nen bei: Mital U

www​.mital​-​u​.ch/​i​n​d​i​e​-​label

Video

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Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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