Mittwoch, 16. Juni 2010
Sparpläne der LandesregierungMehr als 3.000 Studenten kamen bereits am Vormittag mit mehren Bussen und einem Sonderzug aus Lübeck nach Kiel. Ministerpräsident Carstensen hatte zur gleichen Zeit in einer Regierungserklärung die Sparpläne verteidigt. Von der Opposition hagelte es jedoch heftige Kritik.
Die Protestler aus Kiel trafen sich um 14:00 Uhr vor dem Audimax der Christian‐Albrechts‐Universität und zogen von da zum Hauptbahnhof, wo sie die Demonstranten der Uni‐Städte Lübeck und Flensburg abholten. Von dort aus ging es zur gemeinsamen Kundgebung in den Schlossgarten und dann an der Förde entlang zum Schleswig‐Holsteinischen Landtag. Die Studenten wenden sich unter anderem gegen die ersatzlose Schließung ganzer Fakultäten der Travestadt.
Überwiegend in gelb gehüllt (die Farben der Universität Lübeck) und dem Schriftzug „Ich kämpfe für meine Uni“ machten die Demonstranten mit Trillerpfeifen, Vuvuzelas und Gesang ihrem Ärger über die Sparpläne Luft. Nach dem Willen der Regierung von Ministerpräsident Harry Carstensen (CDU) soll in Lübeck der gesamte Medizinstudiengang geschlossen werden, zudem gibt es Kürzungen bei dem Universitätsklinikum Schleswig‐Holstein (UKSH). Die Hälfte aller Studenten der Hansestadt sind jedoch angehende Mediziner. Die Protestler fürchten daher das Aus der gesamten Hochschule.
Auch in der Landeshauptstadt glauben die Studenten nicht, dass ihre Universität von den Streichungen nicht betroffen ist. Das Land hat sich verpflichtet 10.000 neue Studienplätze zu schaffen. In Anbetracht der Sparpläne bedeute dies noch vollere Lehrveranstaltungen und schlechtere Lehrmittel für Kiel, so der AStA. Der Kieler AStA‐Vorsitzende Tobias Langguth sagte dazu: „Wir müssen uns mit den Lübeckern solidarisch zeigen, sonst wird in ein paar Jahren auch bei uns gekürzt.“