Auch in diesem Jahr gelang den Veranstaltern und Mitgestaltern der Museumsnacht wieder ein krönender Abschluss des Kieler Kultursommers. Wie gehabt konnte in den Abendstunden des letzten Freitags im August ab 19 Uhr Kunst und Kultur auf diese etwas andere Weise genossen werden. Bei noch halbwegs milden Temperaturen und zum Glück ohne Regen pendelten zahlreiche Besucher zwischen den 19 teilnehmenden Häusern hin– und her.
gruselige Behandlungsmethoden – zu sehen in der Medizin– und Pharmaziehistorischen Sammlung
Schon deutlich vor 19 Uhr waren erste Museumsnächtler in den Straßen Kiels unterwegs, für Insider gut an den kleine blauen Heftchen – dem Programm – zu erkennen. Und das ist auch verständlich, denn wer möglichst viel sehen möchte, muss sowohl früh anfangen, als auch gut planen. Es gilt ja nicht nur zu überlegen, wann man wo überall hinmöchte, sondern auch, ob man dort zu Fuß, mit dem Shuttle‐Bus oder per schiff hingelangt. Dennoch zeichnete sich auch die diesjährige Museumsnacht wieder durch ihre entspannten Besucher aus. Wenn es beispielsweise vor der Medizin– und Pharmaziehistorischen Sammlung zu Warteschlangen kam, wurde das gerne hingenommen, jeder wusste ja, es lohnt sich. Und wem das Warten zu lange dauerte, der begab sich eben gleich in den Innenhof, um sich dort vom Open‐Air‐Kino aufheitern zu lassen oder mit einer gruseligen Narbe „verschönern“ zu lassen. Oder zur nahegelegenen Kunsthalle, oder zum Kloster, oder, oder, oder. Entsprechend sah man auch noch bis weit in den Abend hinein Leute, die sich gerade erst ein Eintrittsbändchen kauften.
in der Stadtgalerie: Slawomir Elsner, Ohne Titel 62, 2005
Neben dem vielfältigen Programm, das überall geboten wurde, konnte man die Museumsnacht aber auch nutzen, um neu anlaufende Ausstellungen als einer der ersten unter Augenschein zu nehmen. Schon vor der offiziellen Eröffnung konnte die neue Ausstellung im Brunswiker Pavillon „Feuer und Flamme“ besichtigt werden. Hier ist zu sehen, wie unterschiedlich Schleswig‐Holsteiner Künstler mit dem jahrtausende alten Material Ton umgehen. Außerdem wurde an diesem Abend die neue Ausstellung im kielkind – Raum für Kunst und Konzepte eröffnet. In den neuen Räumlichleiten des ehemaligen Werkhofs zeigten sich die fünf Künstlerinnen aus Hamburg – passend zu ihrer Ausstellung „Heute trage ich Bart“ – mit der eigentlich Männern vorbehaltenen Gesichtsbehaarung.
Auch war die Museumsnacht fast die letzte Gelegenheit, noch schnell die auslaufende Ausstellung in der Stadtgalerie zu besuchen. Dort ist nur noch bis zum 29.08.2010 polnische Kunst von heute zu sehen. Dies war sicherlich bei vielen der letzte Punkt auf der Museumsnacht‐Route, denn ab Mitternacht konnte man hier bei Bier, Wein und tanzbarer Musik den Eindrucks‐vollen Abend beschwingt ausklingen lassen.
…ist 2006 zum Studium der Europäischen Ethnologie/Volkskunde, Slavistik und Psychologie nach Kiel gekommen. Mittlerweile hat sie ihren Magister in der Tasche und fühlt sich in Kiel wie zuhause.
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