Dienstag, 17. August 2010
MarsmobilDas zweite Werk „Minx“ erschien beim Compost Label, was wunderbar passte, mit den leicht zerlassenen Grooves und den sanft bestimmenden Beats. Nun müsste das neueste Werk namens „(Why Don´t You Take) The
Other Side?” eigentlich bei dem Riesen Virgin veröffentlicht werden, zumindest bringen die Franzosen von Air ihre Platten über dieser Firma an den Mann oder die Frau.
Genau an diese Band erinnert der neue Marsmobil‐Output. Die Arrangements sind alle so luftig leicht, dass sie durch die Boxen eher gleiten als gedrückt zu werden, und alles wirkt so anschmiegsam. Und wir können es ruhig laut sagen, es ist kein Jazz, sondern zerfließender Pop.
Ganz klar, auch wenn sich hier so richtige Melodien dann doch nicht zeigen. Muss aber in diesem Fall auch nicht, denn hier sind die Arrangements wichtig. Wenn sich aber eine mögliche Bildung von Hits auftut, dann klingt das manchmal wie eine Mischung aus Beck und Gonzales ohne überdrehte Strukturen und ohne großen Entertainer‐Überschaum.
Trotzdem sind es nicht zu simple Songs, wie z.B. „Jolly“, wo die Percussions immer wieder überraschen und fast schon tanzbaren Groove freilegen. Es ist also möglich, zu der Musik von Marsmobil zu tanzen und sie genauso genussvoll zu Hause auf der Couch zu genießen.
Dass Robert di Gioia die meisten Instrumente selbst eingespielt hat, kann man sich bei ihm denken, schließlich hat er schon bei Klaus Doldingers Passport gespielt und bei Alben von Udo Lindenberg, Max Herre, DJ Hell, Console oder The Notwist mitgewirkt. Bei solchen Referenzen muss man schon davon ausgehen, dass er gekonnt mit Instrumenten umgehen
kann.
Erschienen bei: Compost /Groove Attack
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